Frühlingsseminar 2017




Stärke und Ausdruck war das Thema des vorangegangen Intensivlehrgangs mit Thorsten Schoo, von dem einige Grundideen und Figuren sogar Eingang fanden in den Passagenteil am Sonntag. - Herzlichen Glückwunsch an alle Passagiere dieses Frühlings!

Wieder einmal waren es tolle Passagen, und  alle - auch die Nicht-Passagiere - durften mittendrin dabei sein. Sitzen wir doch alle im selben Boot ;) Durchgehend war der Mut, die Lust und die Aufregung drüber zu spüren
, für eine längere Zeit auf der anderen Seite turnen zu können.

Am Samstag tauchte das Bild auf von dem "Gefühl auf der anderen Seite der Mauer" oder "wir sehen uns auf der anderen Seite". Dies ist eine Anspielung auf den Bereich jenseits der Kontrollzone unseres körperlichen Egos. Dort, wo es entweder nicht mehr möglich ist, die körperliche Spannung unseres Ego aufrechtzuerhalten, oder wo es keinen Sinn mehr macht, oder beides. Wo wir also loslassen können und lachen!

Es ist kein Hexenwerk, in diese Zone zu gelangen, und wir brauchen keine 20 Jahre entsagungsvoller Meditation dafür. Seishinkai Aikido kann helfen ;)



Am 1. Mai ist das Dojo geschlossen

Am Tag der Arbeit findet kein Training statt.
Dafür sehen wir uns alle ab Dienstag wieder, gut erfrischt und mit neuem Elan.
Der Unterricht findet den Rest der Woche wie gewohnt statt.

Am Wochenende vom 06./07. Mai habt Ihr dann auch schon die Möglichkeit, den versäumten Trainingsbedarf wieder einzuholen – auf dem Frühlingslehrgang.

Bei dieser Gelegenheit sei auch noch einmal daran erinnert, dass im Anschluss an den Frühlingslehrgang, ab 18.30 Uhr die Jahreshauptversammlung des Seishinkai Deutschland stattfindet, zu der alle Mitglieder herzlich eingeladen sind.

Bis bald auf der Matte!

Eintrag Nr. 1 - Notizen von Max Aikidoka


Aikido bedeutet auch „erfahren“. Es ist nicht möglich Aikido theoretisch zu lernen,  so wie man Vokabeln lernt oder mathematische Formeln. Aikido heißt ständige Praxis; mit anderen Worten: ständige Erfahrung.  So kommt es häufig vor, dass man zwar die Worte des Lehrers versteht, aber nicht weiß sie tatsächlich bedeuten: Was bedeutet es gleichzeitig leer und voll zu sein? Wie kann man komplexe Bewegungen ausführen ohne dabei den Kopf zu benutzen? Was bedeutet es, dass die Kraft kommt aus dem Zentrum kommen muss?

Diese Fragen muss jeder für sich selbst verstehen, der Lehrer und die Trainingspartner helfen einem dabei, aber letztlich muss jeder selbst sein Aikido erfahren. Jeder lernt dabei in seinem eigenen Tempo und vor allem ohne Druck. Es gibt weder Konkurrenz noch Leistungsdruck.  Durch diese Art zu lernen, lernt man wirklich: Der Körper versteht komplexe Bewegungsabläufe und ist –im Idealfall-  in der Lage selbige auch in schnelleren und plötzlicheren Situationen abzurufen. Nicht nur der Körper und die Körperintelligenz wird im Aikido geschult, auch dem einzelnen Aikidoka wird die Chance gegeben seine Erfahrungen aus dem Dojo mit den Trainingspartnern auf sein Leben außerhalb des Dojos zu übertragen; Aikido ist eine Möglichkeit als ganzer Mensch zu wachsen.
Dem gegenüber stehen meine Erfahrungen als Schüler einer staatlichen Schule, in meinem Fall dem Gymnasium.

Sehr früh bekommt man als Schüler gesagt, dass man die Schule nicht nur besucht, um etwas zu lernen,  es geht auch darum einen Schulabschluss zu erwerben. Ein Schulabschluss ist von Nöten, um später einmal den Wunschberuf auszuüben oder auch nur  Arbeit zu haben, die es erlaubt eine Familie gut zu ernähren. Den Schulabschluss bekommt dabei nicht jeder Absolvent der Schule, es müssen bestimmte Leistungen erbracht werden.  So müssen zum Beispiel am Ende der Schullaufbahn eine Reihe von Prüfungen bestanden werden,  aber auch vorher schon (es beginnt in der Grundschule) werden die Schüler in Klassenarbeiten und Klausuren geprüft.  Die Fähigkeiten und Kenntnisse der Schüler werden aber keineswegs individuell überprüft, es geschieht immer vergleichend. Als Schüler sieht man sich also mit einem ständigen Vergleich mit den anderen Schülern konfrontiert. Konkurrenz unter den Schülern ist dabei in jedem Fall zu erwarten. Die Schüler verstehen bald, dass es für sie von Vorteil ist, besser zu sein als andere.  Es versteht sich von selbst, dass dieses Schulsystem für den einzelnen Schüler Druck und Konkurrenz bedeutet. In dieser Hinsicht wird der Schüler natürlich auf sein späteres Leben vorbereitet. Ist Eigennutz denn nicht die oberste Maxime in unserer Gesellschaft? Leben wir nicht in einem „Haifischbecken“ mit dem Prinzip „Jeder gegen jeden zu seinem eigenen Vorteil“?

Natürlich, es ist genau das, was den einzelnen Schüler im späteren Leben, also nach der Schule, erwartet und die Schule formt bzw. bildet die Schüler eben genau für dieses Leben.
Sich Wissen anzueignen, zu lernen und vor allem zu verstehen ist in der Schule, allerhöchstens das sekundäre Ziel. Es werden Informationen stupide auswendig gelernt, die man dann als Schüler in den Prüfungen so zu Papier bringt, wie es die Lehrer erwarten. Das verschafft gute Noten, die wie bereits erwähnt für den Schulabschluss von höchster Bedeutung sind. Selbstverständlich ist es deswegen auch kein Wunder, dass das „Gelernte“ nach den Klausuren schnell wieder vergessen wird und selbst nach dem Abitur, dem höchsten Schulabschluss in Deutschland, dauert es nicht lange bis der Großteil des „Gelernten“ wieder vergessen ist: Es wurde  eben niemals verstanden, nur auswendig gelernt. 

Als Mensch zu wachsen und für das eigene Leben zu lernen, sich tatsächliches Wissen anzueignen, dafür ist die Schule nicht der richtige Ort. Doch sollte uns das wundern? War es denn jemals anders?
Schulen gibt es nicht erst seit ein paar Jahren, es gab sie schon in der Antike. Die ersten mit den heutigen vergleichbaren Schulen gab es  in Deutschland bereits im 18. Jahrhundert. Doch sollte man bedenken, dass es zu dieser Zeit keine Demokratie in Deutschland gab, die Gesellschaft war nicht so „aufgeklärt“ wie sie es heute zu sein scheint; im Gegenteil: unsere heutigen Schulen wurden gegründet, als in Deutschland noch absolutistische Monarchen regierten. Es steht außer Frage, dass diese Monarchen Schulen gegründet haben, um kritische Untertanen zu erziehen, die als kreative Freigeister vielleicht sogar, die eigene Macht bedrohen könnten. Mit den Schulen sollte eigentlich Gegenteiliges erreicht werden: Die Schüler sollten zu staatstreuen, frommen und produktiveren Untertanen gebildet werden. Natürlich war es für einen Monarchen des 18. Jahrhunderts keineswegs von Nachteil, wenn seine künftigen Soldaten lesen und schreiben konnten, um Befehle empfangen und verteilen zu können. Ebenso konnte ein gewisse Grundbildung auch dazu beitragen, dass die Wirtschaft eines Staates besser funktionierte und damit natürlich den Herrschenden mehr Gewinne zuteilwurden. Doch muss man betonen, dass zu keiner Zeit der Zweck der Schule darin bestand, Menschen Wissen zukommen zu lassen, sodass sie die Welt für sich und die anderen verbessern konnten. Anmerken sollte man auch, dass alle autoritären Herrschaftssysteme die Schule immer als wichtiges Instrument der Machterhaltung betrachtet haben. So haben die Nationalsozialiosten in Deutschland von 1933-1945 die Schule ebenso dazu benutzt, die Jugend so zu formen, dass sie später den Herrschenden dienen wird , wie sie  die autoritär sozialistischen Staaten (beispielsweise UdSSR und DDR) benutzten.

Wenn sich die Art des Unterrichtens und der Schule als solche bis heute nicht verändert hat, dann liegt die Vermutung nahe, dass auch der Zweck der Schule gleich geblieben ist. Genau das ist auch der Fall: Die Schule bereitet die Schüler mit Sicherheit auf ihr späteres Leben vor, aber nicht wie es für die Schüler von Vorteil wäre, sie werden so vorbereitet, wie es für die Herrschenden von Vorteil ist…

Ich hoffe es ist deutlich geworden wie sehr sich die Aikido-Schule von der öffentlichen Schule unterscheidet. Die öffentliche Schule ist genau genommen nämlich gar keine Schule, wenn Schule im Eigentlichen Sinne versteht: ein Ort an dem Wissen vermittelt wird.
Nachdem ich erkannt hatte, dass ich nicht in der Schule bin, um etwas zu lernen und zu verstehen und, dass ich nur die Informationen bekomme, die ich bekommen soll und nicht die Informationen die ich brauche, habe ich begonnen weniger Zeit in die Schule zu investieren.  Ich habe begonnen zu lesen, zu verstehen, zu erkennen und dabei auch lernen müssen, dass das Schulsystem nicht das Einzige ist, was hier schief läuft. Aber dazu zu einem anderen Zeitpunkt mehr…

Neue Bank im Garten

Ein großer Dank geht an Alexandra Weizel, die uns eine herrliche Eichenplatte als Bank für den Garten gespendet hat. Sieht toll aus!



Wir nehmen den Weiterbau unseres kleinen Gartens in Angriff - nach der Ruhepause im Winter.

An dieser Stelle übrigens noch einmal öffentlich Dank an Derek Barrett, der die Gestaltung bis hierhin vorangetrieben hat. V.a. hat er mit seinem Unimog unseren herrlichen Rohmarmor aus Norditalien ins Kiesbett gehieft.