Anfänger- und Basisseminar mit Mirjam Fischer am 09.Oktober

 
Liebe Aikidoka, liebe Trainingsfreunde!

Das nächste Basisseminar unter meiner Leitung findet am Samstag, dem 09.10.2017 statt.

Auch dieses Mal ist das Seminar für Neueinsteiger, für Anfänger und für Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

Wir nehmen gleich das Thema "Mühelosigkeit" auf, das Thorsten in seinem jüngsten Post als tragendes Motiv für die kommende Saison angekündigt hat.
Wie schön ist es, wenn eine Bewegung mühelos gelingt! 
Doch lesen wir in Thorstens Post auch:   

Ohne die Mühe gibt es keine Mühelosigkeit

Also gehen wir frisch ran und beginnen bei der Basisarbeit, die uns allgemein bei regelmäßigem Training und mit Geduld und Ausdauer befähigen wird, selbst Mühelosigkeit zu erleben. : )

Diesmal arbeiten wir direkt an unserer körperlichen Basis. Das Thema heißt daher:

Zentrierung, Vertikalität und Entspannung. 

Bitte bringt Waffen mit, sofern Ihr schon welche besitzt. Zwar werden wir bevorzugt Tai-jutsu (waffenlose Aikidobewegungen) machen, es ist aber nicht ausgeschlossen, das wir auch mit Waffen arbeiten.

Ich hoffe, ich kann Euch auf gute Art zum Schwitzen und auch geistig und seelisch intensiv in Bewegung bringen.  Ich freue mich auf Eure Teilnahme!

Eure Mirjam



 




Mühelosigkeit



Das wunderbare Thema in St. Peter Ording auf dem Sommerlehrgang 2017 - die Mühelosigkeit - soll uns in der neuen Saison begleiten.

Wenn wir genau darüber nachdenken, dieses schöne Wort "Mühelos", also die elegante Leichtigkeit in der Anstrengung des Seins, gelangt nicht in unsere Herzen ohne die Mühe selbst.

Ohne die Mühe gibt es keine Mühelosigkeit, die Herausforderungen des Lebens geben  immer wieder Anlass zu unserem besten Ukemi!

Mühelosigkeit ist die Leichtigkeit des Schweren, des Schwierigen, des Unzumutbaren.

Und unser Aikido verändert die Welt.

Neue Saison beginnt

Das Training beginnt endlich wieder nach den Sommerferien!

Noch sieht man von außen nicht wirklich, dass sich etwas getan hat - aber innen sind die Umbauarbeiten schon gut voran geschrittten. Endlich können wir mit dem Wiederaufbau und der Verschönerung der Räume beginnen.

Ich werde Euch immer mal wieder per Email auf dem Laufenden halten. 

Bis Donnerstag, den 17. müssen wir noch mit dem kleinen Dojo Vorlieb nehmen. Ab Freitag stehen uns wieder die zwei Dojos zur Verfügung.

Die nächsten großen Seminar sind das Herbstseminar im Oktober und der Freundschaftslehrgang COMMON GROUND mit Lia Suzuki und mir, hier in Frankfurt. 

Freue mich auf eine äußerst spannende Saison mit Euch!

Eintrag Nr. 2: Innere und äußere Räume, von Max Aikidoka

Es war mit das Erste, was ich im Aikido gelernt hatte: Das Dojo ist kein alltäglicher Raum, es ist etwas Besonderes. Wenn man es betritt symbolisiert unter anderem das Verbeugen, dass man sich nun auf das Aikido konzentriert und die alltäglichen Gedanken und Probleme draußen lässt. Auch im Seiza versuchen wir zur Ruhe zu kommen und uns nicht von den äußeren Dingen ablenken zu lassen. Wichtig sind dann vor allem das Hier und Jetzt, die Körperhaltung und der Atem. Diese Einstellung erlaubt es uns unsere Aufmerksamkeit und Energie voll und ganz auf das Training zu konzentrieren, was natürlich wichtig ist, um Fortschritte zu erzielen. Es tut jedem gut, das alltägliche Äußere –wenigstens für einen Moment- auszublenden und sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Wir beenden das Training vielleicht körperlich erschöpft, aber doch gestärkt. Das Training im Seishinkai gibt uns die Möglichkeit Aikido – aber auch Systema – nicht nur als Sport zu sehen, der uns fit hält und körperliche bzw. kämpferische Fähigkeiten näher bringt, vielmehr sollten wir das Training im Seishinkai auch als Chance begreifen, Prinzipien, die wir im Dojo lernen auch auf unser äußeres Leben zu übertragen. Dies ist mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen, doch lohnt es sich daran zu arbeiten. Wäre es nicht für jeden ein Gewinn, wenn jeder entspannter und gelassener durchs Leben gehen könnte? Wäre es nicht für jeden ein Gewinn, sein eigenes Ego nicht als Zentrum der Welt zu begreifen, sondern sich selbst nur als Teil des Großen und Ganzen? Es wäre doch auch für jeden ein Gewinn, wenn man in der Welt mehr das Miteinander, das symbiotische Zusammenleben und die friedliche Koexistenz sehen würde anstatt das Gegeneinander und die Konkurrenz zueinander; oder etwa nicht?

In meinem letzten Blog-Eintrag habe ich Missstände im staatlichen Bildungssystem thematisiert und erwähnt, dass dies nicht die einzigen Missstände sind, die mir in unserer Welt aufgefallen sind. Im Hinblick auf all die anderen Probleme unserer Welt wird schnell klar, dass unser marodes Schulsystem nicht das größte Problem ist. Wenn man sich die heutige Welt anschaut, kommt man an manchen Fragen nicht herum:
Wie kann es sein, dass in manchen Teilen der Welt so viel Essen vorhanden ist, dass die Menschen davon krank werden, während in anderen Teilen der Welt die Menschen verhungern? Wie kann es sein, dass ein Kontinent, der reich an Bodenschätzen und sonstigen Ressourcen ist, der ärmste der Welt ist? Wie kann es sein, dass so viele Menschen ständig davon sprechen, wie fortschrittlich unsere Welt doch heute sei und dennoch ganze Völker ausgebeutet werden, wie vor 200 Jahren? Wie kann es sein, dass das die 85 reichsten Menschen der Welt so viel haben, wie die 4,5 Milliarden ärmsten Menschen der Welt? Wie kann es sein, dass genau diese Menschen ihr Vermögen benutzen, um maximale politische Macht zu erhalten und dabei sehr erfolgreich sind? Wie kann es sein, dass eben jene Personenkreise ganze Nationen ins Chaos stürzen, um mehr Einfluss und Reichtum zu bekommen –die Weltöffentlichkeit davon aber nur sehr wenig mitbekommt?


Ich werde versuchen diese und weitere Fragen dieser Art in kommenden Blog-Einträgen zu beantworten. Als Leser ist aber im Moment wahrscheinlich nur eine Frage interessant: Was haben diese Fragen mit dem Aikido/Systema und dem, was ich oben geschrieben habe, zu tun? Diese Frage will ich beantworten, aus meiner subjektiven Perspektive heraus. Der Schrein, der bei uns im Dojo an zentraler Stelle angebracht ist, ist voll von Symbolik. So steht das Tor zum Beispiel dafür, dass wir auch immer durch ein weiteres Tor gehen können, uns also immer verbessern können: der Weg ist das Ziel. Der Schrein beinhaltet unter anderem auch die Frage: Wie kann ich der Gesellschaft/Gemeinschaft am besten dienen?

Diese Frage mag vielleicht auf den ersten Blick mit dem Aikido wenig zu tun haben, aber es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass das Aikido in einem bestimmten sozio-historischem Kontext entstanden ist und natürlich von japanischer Kultur und Geschichte/Tradition geprägt ist. Woher kommt das Aikido oder wo hat es seine Ursprünge?

Das Aikido hat seine Wurzeln unter anderem im Kenjutsu, dem Schwertkampf. Kentjutsu wurde wiederum von den Samurei praktiziert: japanische Ritter, die selbstlos und entschlossen für bestimmte Ideale gekämpft haben.

An dieser Stelle lohnt auch ein Blick auf die Kampfkunst Systema: Auch Systema wurde ursprünglich von Rittern praktiziert, die ihre kämpferischen Fähigkeiten dazu verwendet haben, sich selbst, ihre Familie und ihre Heimat zu beschützen.

Kurz gesagt: Aikido und Systema bedeuten gewissermaßen auch Idealismus.

Nun sind wir im Dojo aber alle keine Samurei oder Kosaken und – um es mit den Worten von Thorsten zu sagen- wir versuchen auch „nicht japanischer als die Japaner zu sein“. Doch ich glaube, dass die idealistischen Aspekte auch im modernen Aikido bzw. Systema eine wichtige Rolle spielen (sollten). Es gibt ein Zitat, das der Begründer des Aikido Ueshiba Morihei gesagt haben soll: „Aikido is a manifestation of a way to reorder the world of humanity as though everyone were of one family. Its purpose is to build a paradise right here on earth.”

Für den Begründer des modernen Aikido war also Aikido auch wesentlich mehr als nur Sport…

Im Seishinkai Dojo lernen wir körperliche Fähigkeiten und Prinzipien, wir lernen auch zu kämpfen. Oben habe ich bereits geschrieben, dass wir das Gelernte auch auf unser Leben außerhalb des Dojos übertragen können. Wir sollten uns aber auch die Frage stellen, wenn wir kämpfen lernen, wofür wir kämpfen wollen.

Ich für meinen Teil habe mich entschieden, meine Energie dafür einzusetzen, diese Welt voller Hass, brutaler Gewalt, Ungerechtigkeit und destruktiven Kräfte zu verbessern und gegen die destruktiven Kräfte zu kämpfen. Möglicherweise ist das ein Weg, um „a paradise right here on earth“ zu schaffen. Dabei sind mir die Prinzipien, die ich aus dem Aikido und Systema kenne sehr hilfreich. Wenn ich eine Chance haben will, die Welt im positiven Sinne nachhaltig zu verändern, dann muss ich entschlossen sein - wie im Dojo und vor allem beim Schwert - ; ich darf keine Angst haben – wie beim Messer - ; und ich darf „mich selbst nicht so wichtig nehmen“ (die Worte von Thorsten Schoo) und muss vielleicht sogar bereit sein Schmerzen zu ertragen (Systema).

In den nächsten Blog-Einträgen werde ich sehr häufig die äußere Welt thematisieren und auf bestimmte Themen eingehen (wie oben angekündigt), ohne dabei den Raum und den Geist des Seishinkai zu verlassen…