Ferientraining für Kinder und Erwachsene



Das Ferientraining für Kinder findet mittwochs, den  5.7., 12.7., 19.7  jeweils 18.00-19.00 Uhr statt.  Es sind stets zwei Trainer vor Ort.

Das Ferientraining für Erwachsene (Aikido und Systema) findet statt den 4.7., 6.7., 11.7., 13.7., 18.7., 20.7..  
Dienstag:
18.30-20.00 AIKIDO (Aikido und Ken) 
20.00-21.30 SYSTEMA
(Atmen, Grundlagen und Schlagen)
Donnerstag:
18.30-20.00 SYSTEMA (Systema Waffenarbeit)  
20.00-21.30  AIKIDO (Aikido und Jo) 


Vom 24.7. - 11.8. findet wegen Umbauarbeiten kein Training statt, das Dojo ist geschlossen.

Offizieller Beginn der Saison mit normalem Stundenplan am Montag, den 14. August.

Eintrag Nr. 2: Innere und äußere Räume, von Max Aikidoka

Es war mit das Erste, was ich im Aikido gelernt hatte: Das Dojo ist kein alltäglicher Raum, es ist etwas Besonderes. Wenn man es betritt symbolisiert unter anderem das Verbeugen, dass man sich nun auf das Aikido konzentriert und die alltäglichen Gedanken und Probleme draußen lässt. Auch im Seiza versuchen wir zur Ruhe zu kommen und uns nicht von den äußeren Dingen ablenken zu lassen. Wichtig sind dann vor allem das Hier und Jetzt, die Körperhaltung und der Atem. Diese Einstellung erlaubt es uns unsere Aufmerksamkeit und Energie voll und ganz auf das Training zu konzentrieren, was natürlich wichtig ist, um Fortschritte zu erzielen. Es tut jedem gut, das alltägliche Äußere –wenigstens für einen Moment- auszublenden und sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Wir beenden das Training vielleicht körperlich erschöpft, aber doch gestärkt. Das Training im Seishinkai gibt uns die Möglichkeit Aikido – aber auch Systema – nicht nur als Sport zu sehen, der uns fit hält und körperliche bzw. kämpferische Fähigkeiten näher bringt, vielmehr sollten wir das Training im Seishinkai auch als Chance begreifen, Prinzipien, die wir im Dojo lernen auch auf unser äußeres Leben zu übertragen. Dies ist mit Sicherheit kein leichtes Unterfangen, doch lohnt es sich daran zu arbeiten. Wäre es nicht für jeden ein Gewinn, wenn jeder entspannter und gelassener durchs Leben gehen könnte? Wäre es nicht für jeden ein Gewinn, sein eigenes Ego nicht als Zentrum der Welt zu begreifen, sondern sich selbst nur als Teil des Großen und Ganzen? Es wäre doch auch für jeden ein Gewinn, wenn man in der Welt mehr das Miteinander, das symbiotische Zusammenleben und die friedliche Koexistenz sehen würde anstatt das Gegeneinander und die Konkurrenz zueinander; oder etwa nicht?

In meinem letzten Blog-Eintrag habe ich Missstände im staatlichen Bildungssystem thematisiert und erwähnt, dass dies nicht die einzigen Missstände sind, die mir in unserer Welt aufgefallen sind. Im Hinblick auf all die anderen Probleme unserer Welt wird schnell klar, dass unser marodes Schulsystem nicht das größte Problem ist. Wenn man sich die heutige Welt anschaut, kommt man an manchen Fragen nicht herum:
Wie kann es sein, dass in manchen Teilen der Welt so viel Essen vorhanden ist, dass die Menschen davon krank werden, während in anderen Teilen der Welt die Menschen verhungern? Wie kann es sein, dass ein Kontinent, der reich an Bodenschätzen und sonstigen Ressourcen ist, der ärmste der Welt ist? Wie kann es sein, dass so viele Menschen ständig davon sprechen, wie fortschrittlich unsere Welt doch heute sei und dennoch ganze Völker ausgebeutet werden, wie vor 200 Jahren? Wie kann es sein, dass das die 85 reichsten Menschen der Welt so viel haben, wie die 4,5 Milliarden ärmsten Menschen der Welt? Wie kann es sein, dass genau diese Menschen ihr Vermögen benutzen, um maximale politische Macht zu erhalten und dabei sehr erfolgreich sind? Wie kann es sein, dass eben jene Personenkreise ganze Nationen ins Chaos stürzen, um mehr Einfluss und Reichtum zu bekommen –die Weltöffentlichkeit davon aber nur sehr wenig mitbekommt?


Ich werde versuchen diese und weitere Fragen dieser Art in kommenden Blog-Einträgen zu beantworten. Als Leser ist aber im Moment wahrscheinlich nur eine Frage interessant: Was haben diese Fragen mit dem Aikido/Systema und dem, was ich oben geschrieben habe, zu tun? Diese Frage will ich beantworten, aus meiner subjektiven Perspektive heraus. Der Schrein, der bei uns im Dojo an zentraler Stelle angebracht ist, ist voll von Symbolik. So steht das Tor zum Beispiel dafür, dass wir auch immer durch ein weiteres Tor gehen können, uns also immer verbessern können: der Weg ist das Ziel. Der Schrein beinhaltet unter anderem auch die Frage: Wie kann ich der Gesellschaft/Gemeinschaft am besten dienen?

Diese Frage mag vielleicht auf den ersten Blick mit dem Aikido wenig zu tun haben, aber es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass das Aikido in einem bestimmten sozio-historischem Kontext entstanden ist und natürlich von japanischer Kultur und Geschichte/Tradition geprägt ist. Woher kommt das Aikido oder wo hat es seine Ursprünge?

Das Aikido hat seine Wurzeln unter anderem im Kenjutsu, dem Schwertkampf. Kentjutsu wurde wiederum von den Samurei praktiziert: japanische Ritter, die selbstlos und entschlossen für bestimmte Ideale gekämpft haben.

An dieser Stelle lohnt auch ein Blick auf die Kampfkunst Systema: Auch Systema wurde ursprünglich von Rittern praktiziert, die ihre kämpferischen Fähigkeiten dazu verwendet haben, sich selbst, ihre Familie und ihre Heimat zu beschützen.

Kurz gesagt: Aikido und Systema bedeuten gewissermaßen auch Idealismus.

Nun sind wir im Dojo aber alle keine Samurei oder Kosaken und – um es mit den Worten von Thorsten zu sagen- wir versuchen auch „nicht japanischer als die Japaner zu sein“. Doch ich glaube, dass die idealistischen Aspekte auch im modernen Aikido bzw. Systema eine wichtige Rolle spielen (sollten). Es gibt ein Zitat, das der Begründer des Aikido Ueshiba Morihei gesagt haben soll: „Aikido is a manifestation of a way to reorder the world of humanity as though everyone were of one family. Its purpose is to build a paradise right here on earth.”

Für den Begründer des modernen Aikido war also Aikido auch wesentlich mehr als nur Sport…

Im Seishinkai Dojo lernen wir körperliche Fähigkeiten und Prinzipien, wir lernen auch zu kämpfen. Oben habe ich bereits geschrieben, dass wir das Gelernte auch auf unser Leben außerhalb des Dojos übertragen können. Wir sollten uns aber auch die Frage stellen, wenn wir kämpfen lernen, wofür wir kämpfen wollen.

Ich für meinen Teil habe mich entschieden, meine Energie dafür einzusetzen, diese Welt voller Hass, brutaler Gewalt, Ungerechtigkeit und destruktiven Kräfte zu verbessern und gegen die destruktiven Kräfte zu kämpfen. Möglicherweise ist das ein Weg, um „a paradise right here on earth“ zu schaffen. Dabei sind mir die Prinzipien, die ich aus dem Aikido und Systema kenne sehr hilfreich. Wenn ich eine Chance haben will, die Welt im positiven Sinne nachhaltig zu verändern, dann muss ich entschlossen sein - wie im Dojo und vor allem beim Schwert - ; ich darf keine Angst haben – wie beim Messer - ; und ich darf „mich selbst nicht so wichtig nehmen“ (die Worte von Thorsten Schoo) und muss vielleicht sogar bereit sein Schmerzen zu ertragen (Systema).

In den nächsten Blog-Einträgen werde ich sehr häufig die äußere Welt thematisieren und auf bestimmte Themen eingehen (wie oben angekündigt), ohne dabei den Raum und den Geist des Seishinkai zu verlassen…

Yudansha-Seminar - 10. Juni 2017

Eigentlich keine Frage. Das Aikido vereint das Tai-Jutsu (waffenlose Arbeit) und die Arbeit mit den Waffen grundsätzlich und schon immer. Dennoch trennt man die Disziplinen oftmals gedanklich und emotional. Vielleicht ist das der Tatsache geschuldet, dass sich in den Waffendisziplinen häufig  unwillkürlich die Körperlichkeit und die Einstellung verändern. Die Weichheit, Empfänglichkeit und Gelassenheit, die uns im waffenlosen Üben nach einer Weile einigermaßen gelingen, werden durch das Halten und Führen einer Waffe gestört. Unsere Körperintelligenz erkennt, ganz ohne sich von unseren gedanklichen Konstrukten beeinflussen zu lassen, die Macht und Gefährlichkeit der Instrumente, die wir führen, und zugleich die im krassen Widerspruch dazu stehende eigene Verletzlichkeit.

Immer wieder geht es während des Trainings um Selbstdisziplin.
Wir überwinden unsere Angst davor, zu versagen, eine schlechte Figur zu machen, verletzt zu werden oder eventuell unsere Partner durch Unvermögen zu verletzen. Wir überwinden unsere Beisshemmung, um in ehrliches Üben zu kommen, während wir uns zugleich bezähmen, von der Lust des Gelingens und der Macht unseres Instruments nicht in einen Rausch zu geraten. All dies muss über den kognitiv "bewusst" gesteuerten Bereich hinaus entwickelt werden. Diese Fähigkeiten sollen uns, im wahrsten Sinne des Wortes, übergehen in Fleisch und Blut.

Halten wir alle im Aikidotraining kennen gelernten körperlichen, aber auch geistigen Elemente in der Balance, gelingt es nach und nach, zugleich im inneren Dialog, die Waffe zur lebendigen Verlängerung des Körpers werden zu lassen, wie auch im Außen in den lebendigen Dialog mit dem Gegenüber zu treten. Die Kata wird nach und nach in ihrer Formaltät in echte Zwisprache übersetzt.

In zügiger Folge spielen wir an diesem Samstag nach und nach im Training die verschiedenen Interaktionsmöglichkeiten durch. Jo-nage, Jo-dori, Kenjutsu, Randori – Irgendwie ist alles angenehm vereint und ein fließender Übergang folgt dem nächsten. Alles verbindet sich mühelos zu einer Einheit.

Schließlich haben wir eher mehr als fünf Stunden intensiv trainiert, und alle waren am Ende rechtschaffend müde und angenehm erschöpft. Der kurze Abschluss mit gegenseitiger Massage war wohlverdient.

Yudansha Seminar 2 - 2017

Liebe Leute,

Mirjam hat ja bereits eine Einladung verschickt - vielen Dank dafür!
In der letzten Zeit musste ich mich wegen des Dojoumbaus um so viele Sachen gleichzeitig kümmern, dass ich mich sehr freue auf eine intensive Zeit mit Euch Fortgeschrittenen, auch aus Eigeninteresse - im Konzert mit dem sonstigen Leben ist mein Aikido derzeit zu schwach.

Also bis Samstag!