Kodex

Freiheit ist die Harmonie mit dem Notwendigen
Thorsten Schoo


Willkommen an diesem besonderen Ort, dem Frankfurt SEISHINKAI. Unser Ziel ist die körperliche, seelische und geistige Entwicklung eines Jeden. Um uns zu ent-wickeln, um sozusagen unser Potential (SEI) zu entfalten (SHIN), braucht es eine Gruppe Gleichgesinnter, mit denen wir offen in Resonanz gehen können (KAI) und am besten noch einen mit Bewusstsein aufgeladenen Ort (Dojo).

Im Dojo (jap. „Ort zur Übung des Weges“) verdichtet sich sozusagen die Welt. Die verschiedensten Leute kommen zusammen: Männer, Frauen, Kinder, Jugendliche, aus unterschiedlichen Berufen und sozialen Schichten; Menschen mit verschiedener Sprache und Religion. Der große Unterschied zur Alltagswelt ist, dass sich hier alle an den gleichen – universalen – Prinzipien orientieren.  Alle sind SEI SHIN KAI. Alle wollen nicht nur ein gutes, sondern ihr bestes Leben führen.

Aikido übersetzen wir mit „Ai“ Harmonie, Ordnung und Balance, „Ki“ mit Kraft und Energie, „Do“ meint japanisch den Übungsweg. Im Aikido lernt man, ein- und ausströmende Kräfte zu balancieren.

Seishinkai Aikido, das in diesem Dojo praktiziert wird, legt besonderen Wert auf die Entfaltung des Potenzials des Einzelnen. Und dabei ist nicht nur die Wehrhaftigkeit gemeint (wir sind keine Schläger), sondern die Integrität des Individuums. Das Individuum ist, wie der Name schon sagt, ein unteilbares Ganzes. Die Würde des Menschen ist unantastbar.



 Dojo-Regeln

Die Verhaltensregeln im Dojo, die Dojoregeln schaffen ein geordnetes und zugleich natürliches Umfeld, das sich wohltuend von der Alltagswelt unterscheidet.

Sei pünktlich. - Wenn du zu spät gekommen bist, warte am Mattenrand, bis der Lehrer dich auffordert, einzutreten. 
*  Beim Betreten der Tatami vor dem ersten Training des Tages: verbeuge Dich in Seiza zuerst vor den schon anwesenden Schülern, dann vor der Kamiza. Nach dem Training verbeugt man sich nur einmal vor der Kamiza.
*  Folge beim offiziellen Angrüßen dem Ritual, wie es die anderen machen. Das doppelte Klatschen und Verbeugen hat den Sinn, dass du du den "Alltagsgeist" damit leichter vertreiben und eine offene, neugierige Trainingseinstellung einladen kannst. Betrachte die Tokonoma (Schrein) an der Hauptwand wie ein "Fenster" für die Dinge, die dir wirklich etwas bedeuten. Die Tokonoma hat keine speziell religiöse Ausrichtung! Im gemeinsamen Ritual vor ihr verbeugen können sich Christen, Buddhisten, Muslime, Atheisten usw. Manchmal sagen Muslime, sie hätten aber doch Schwierigkeiten mit der Verbeugung - sie lösen das z.B. mit einer nicht ganz so tiefen Verbeugung :-)
*  Wenn zwischen den Stunden das Dojo gereinigt wird, beteilige Dich an der gemeinsamen Arbeit. Hier geht es zum aktuallen Putzplan. Wenn du nicht weißt, was zu tun ist, frag' erfahrenere Leute. Gut ist, sich zu merken, wo du beim nächsten Mal mit Deiner kleinen Aufmerksamkeitsübung ansetzen kannst. Dann geht keine Zeit verloren. Wir putzen nur max. 15 Minuten - die aber jeden Tag gemeinsam. 
*  Lasse den Keikogi nur in der Umkleide hängen, wenn Du bereits zum Trainerstab gehörst oder in der Ausbildung bist. Auch die Handtücher bitte wieder mitnehmen. Liegen gelassene Kleidungsstücke werden aus Platz- und Hygienegründen nach einer Woche entsorgt.
*  Dein Monatsbeitrag stellt dir einen Platz im Dojo sicher, um hier zu trainieren. Es ist immer die Entscheidung des Lehrers, wann und auf welche Weise er dich persönlich fördert.


    Trainingsregeln

    Uhren, Ketten, Ringe, Ohrringe etc. müssen aus Sicherheitsgründen vor dem Training abgelegt werden. Zudem sollten die Nägel kurz geschnitten, die Füsse gewaschen und die Übungskleider sauber sein.
    *  Die normale Art zu trainieren ist zu zweit. Jeder übt vier Mal, dann wechseln die Rollen.  Der erfahrene Schüler übt zuerst die Verteidigung. Im Ken-Jutsu ist es umgekehrt: der erfahrene Schüler greift an! 
    *  Die richtige Art zu sitzen ist der Seiza (Fersensitz). Wer Knieschmerzen hat, kann sich auch in den Schneidersitz setzen.
    *  Benutze niemals den Keikogi oder die Waffen von jemand anderem. In Ausnahmefällen gibt es Leihschwerter, -stöcke und Anzüge, die vom Dojo gestellt werden.
    *  Überlasse Erklärungen, wenn es geht, dem Lehrer und orientiere Dich an den erfahrenen Yudansha (Dan-Trägern).
    *  Der erfahrene Aikidoka darf den weniger Erfahrenen niemals absichtlich verletzen oder sich vor ihm aufspielen.
    *  Begib Dich unverzüglich auf die Shimoza (Schülerseite), wenn der Lehrer abklatscht, um eine Technik zu erklären.
    *  Wenn Du nach vorne gerufen wirst, verbeuge Dich anschließend in Seiza.
    *  Wenn der Lehrer in einer Kleingruppe etwas erklärt, können die angrenzenden Paare ihre Arbeit unterbrechen, um in Seiza zuzuschauen. Der Vorteil im kleinen Kreis ist, dass man öfter Ukemi geben kann. 
    *  Rufe den Lehrer nicht zu Dir herüber, sondern gehe Du zu ihm hin, wenn es unbedingt notwendig ist.
    Verlasse die Tatami nur, wenn Du verletzt oder krank bist. Gib dem Lehrer vorher Bescheid.
    *  Wenn beim Training Schwierigkeiten mit anderen Personen auftauchen - niemand ist perfekt - betrachte das v.a. als persönliche Herausforderung und versuche diese mit deinem Aikido zu lösen :-)