Pascal Durchon und Thorsten Schoo

Pascal und Thorsten, Kronberg 2011
Manchmal braucht die Information aus dem Training eine gewisse Zeit, um in die Seele zu "sinken".

Aikido-Vorgänge sind oft auch unerklärliche Vorgänge, kleine Verwandlungen des Alltags.

Mit mehr Entspannung und innerer Freiheit treffen wir uns direkt.

Inaba Sensei in Heidelberg

A. Bazylko, Thorsten Schoo, Inaba Sensei, P. Durchon, A. Radecki
Wir hatten einen sehr schönen und denkwürdigen Lehrgang mit Inaba Sensei in Heidelberg. Wie immer ist die Überraschung groß, welche Themen auftauchen und von Sensei diskutiert werden. Inaba Sensei kommt nicht aus Japan zu uns, um das tägliche Training anzuleiten, sondern um uns die Tiefe des Budo zugänglicher zu machen. 

Pascal, Thorsten, Andrzej und Adam nach dem Training
Ich möchte diejenigen aus unseren Dojos, die anwesend waren, bitten mir ihre Eindrücke zuzuschicken. Ich möchte sie gerne an dieser Stelle veröffentlichen, wenn Ihr einverstanden seid!

Mirjam und Philipp: Ich habe zwei schicke Fotos von Euch mit Inaba Sensei! Erinnert mich daran, wenn Ihr es haben wollt.

Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 2. Juni 2011

Der Frankfurt SEISHINKAI ist am Donnerstag wegen des Feiertages geschlossen. Wenn Ihr frei trainieren wollt, koordiniert euch am besten am Schwarzen Brett. - Das Training am darauffolgenden Freitag findet selbstverständlich statt, sowohl Kinder als auch Erwachsene.

Pfingstlehrgang mit Thorsten Schoo und Pascal Durchon

Die Ausschreibung für den Pfingstlehrgang ist über Termine zugänglich. Anmeldung ab jetzt per Email oder persönlich im SEISHINKAI. -
Thorsten und Pascal haben telefonisch noch eine kleine Änderung des Programms verabredet: Da Pascal am Freitag nicht rechtzeitig zum Training da sein kann, übernimmt Thorsten die zwei Stunden am Freitag Abend. Atkualisierung der Ausschreibung folgt.

Grundlagen 18.30 Uhr - 19.30 Uhr beschäftigt sich mit Messertechniken (Zugang zu dieser Waffe, Basisbewegungen, Kontakt statisch und dynamisch, funktionierende Techniken, "Messer feel").
Aikido 19.30 Uhr - 20.00 Uhr: Hier werden wir die Erfahrungen ins Aiki mitnehmen und den Pfingstlehrgang in Ruhe vorbereiten. Eine Stunde Training, eine halbe Stunde Zeit für Fragen und Nachbereitung.

Wir freuen uns auf diesen zweiten Lehrgang "Über die Entstehung der Technik beim Üben" mit Pascal Durchon aus Paris und Thorsten Schoo aus dem Frankfurt SEISHINKAI.

Grundlagentraining am Freitag, den 20. Mai

Wegen des Kinderlehrgangs verschiebt sich das Grundlagentraining am Freitag, den 20. Mai um 45 Minuten auf 19:00 Uhr.

Training Grundlagen also ausnahmsweise 19:00 - 20:30 Uhr

Alte Videoclips

Ich habe einige alte Videoclips ab 2004 vom Youtube Channel auf die Seite gestellt. Schaut mal rein, ist ganz interessant!

Slow motion Aikido, 2010



Slowmotion Aufnahmen im Dojo Sommer 2010. Wegen der kleinen Kamera nicht in optimaler Qualität. Die Aufnahmen geben aber etwas wieder von dem besonderen Zauber des Momentes und der Ästhetik dieser Kampfkunst.

Passagenlehrgang Frühling 2011

Auf dem Passagenlehrgang am 1. Mai haben wir viele tolle Passagen erlebt, echte Grenzgänger, Leute die Erstaunliches abgerufen und spontan gezeigt haben. Dabei wird die eigene "Leistung" erfahrungsgemäß oft kritisch bewertet, weil man sich das alles möglicherweise anders vorgestellt hat ... Aber dazu sind die Überraschungen ja gut, vor allem im Boot!


Hier die Passagiere:


6. Kyu – Alexander Dassel
4. Kyu – Robert Kirschenhofer, Andreas Treccosti, Jan Scheurmann
3. Kyu -  Udo Hornbogen
2. Kyu – Mira Frings, Krystian Semtner-Gralek
1. Kyu – Christopher Zulauf, Martin Gleiß

Herzlichen Glückwunsch Euch allen und viel Freude auf dem weiteren Weg!!
Thorsten Schoo

Intensivlehrgang Aikido + Jo-Jutsu

Auf dem Intensivlehrgang haben wir uns im Jo-Jutsu damit beschäftigt, wie man den Impuls weiterleiten kann: Tori hält den Stock in beliebiger Position und Uke greift danach, mit ein oder zwei Händen. - Da in jedem noch so guten Griff eine Richtungsinformation steckt, kommt es nur darauf an, den Richtungsimpuls zu spüren und mitzugehen. Das führt Uke fast unweigerlich in die Disbalance!

Wir haben vor allem zwei Hauptregionen, in denen wir viel zu fest sind, sodass die Informationen nicht oder erst viel zu spät durchfließen können: Die Schultern/der Schultergürtel und das Becken. Es ist daher von großer Bedeutung, die Schultern zu entspannen und in der richtigen Position zu halten. - Erst wenn die Schultern durchlässig sind, kann die Information an die Hüfte "weitergereicht" werden und das Seishinkai Jo-Jutsu wirklich gut funktionieren. Wenn die Hüfte frei ist, kann sie die Information in die Fußsohlen weiterreichen - dieses Richtungsmuster tritt in der Reaktion auf. Die Aktion wird beim Experten oft über den umgekehrten Weg gestartet: Fußsohle - Hüfte - Schulter - Hand - Stockspitze ...

Das Seishinkai Jo-Jutsu ist unter anderem desegen so effektiv, weil der Stock von Anfang an als die Verlängerung deines Körpers eingesetzt wird! Schoo Sensei spricht oft davon, dass du den "Wind an der Stockspitze fühlen sollst". - Oft beginnen die Übungen mit dem direkten Kontakt des Stocks am Körper. Massagefuntkion, Druckkontakt, wellenartiges Absorbieren leichter Schläge usw.: All das schafft ein natürliches und positives Erfahrungsfeld, in dem die "Angst versickern" kann.

Die zweite Stufe im Erlernen des Kontakts ist das Ausweichen, kurz bevor der Jo trifft. Weil dein Körper den Stock gespürt hat und ihn mit positiven Erinnerungen verbindet, tritt die Angst nicht blockierend in den Vordergrund, und du kannst rechtzeitig ausweichen. Du spürst den Stock sozusagen "feinstofflich", kurz bevor er hart auftrifft. Das hat weniger etwas mit optischer Kontrolle zu tun, mehr mit gesteigerter Intuition.

So haben wir auch auf diesem Intensivlehrgang ausgiebig mit dieser elementaren Thematik gearbeitet. Die Ausweichmanöver über wir bei dem geraden Stoß in den Bauch (choku tsuki), beim geraden Schlag von oben (shomen uchi) und beim - äußerst schwer zu "reagierenden" - schrägen Schlag von oben (yokomen uchi).

Im Aikido haben wir vor allem den Yokomen uchi aufgegriffen und das gleiche Ausweichmanöver versucht. Es ist uns viel leichter gefallen als im Jo-Jutsu! Einerseits sicher durch die vorherige Übung, andereseites aber auch, weil der Yokomenschlag mit den Fingerspitzen aufhört und dadurch leichter zu berechnen ist. Auch verliert man durch die Arbeit im Jo-Jutsu den manchmal gar nicht angebrachten Respekt: Die Hand ist nun mal nicht so hart und so schnell wie der Stock.

Was wunderbar gelungen ist: Wir Ihr den Partner kontrolliert habt, diese Sekunde nach dem Ausweichmanöver. Der Partner ist einen Augenblick so überrascht, dass man ihn mit nur einem leichten Fingerschnips zu Boden bringen kann! - Das anschließende Angebot, beide Ellenbogen von hinten zu fassen (ushiro ryo hiji dori), gehört eigentlich in die Kategorie "martialisches Spiel", die man im Seishinkai Aikido so häufig findet.

Die Aktion wäre in einer Auseinandersetzung außerhalb der Matte eigentlich schon beendet, da geht es im Training oft noch weiter, einfach aus der Freude an der intelligenten gemeinsamen Bewegung heraus. - Eine Aikidotechnik ist in diesem Zusammenhang besonders zu erwähnen: Irimi nage, der Wurf durch Eintreten. "Eintreten" hat sowohl eine physische Komponente - oft ein Schritt in den gegnerischen Angriff hinein, oder auch nur eine subtile Gewichtsverlagerung nach vorne - als auch eine emotionale: Du musst auch bereit sein, im richtigen Moment in die Gefahr hineinzugehen! Nicht kopflos, sondern um sie sozusagen "im Keim zu ersticken".

Merke: Die für das Aikido typische Ura-Ausführung von Irimi nage (das Eintreten und augenblickliche Nachlassen und Abdrehen zusammen mit dem Partner) gehört zum freien martialischen Spiel unserer schönen Kampfkunst, sie ist eigentlich für die Effektivität von Irimi nage überhaupt nicht nötig. Der Moment des Eintretens beendet Ukes Angriff bereits. Auch wenn wir die negativen (Ura)Techniken häufiger üben, solltest du immer auch den initialen Moment, das Irimi, trainieren.

Es ist schön sehen, wie unsere Arbeit zunehmend Leute aus anderen Schulen, Stilen und Ländern anzieht. So auch hier auf diesem Lehrgang, wo sogar jemand aus Oslo extra zum Training angereist kam. Oft sind die Gäste und Interessierten erstaunt über die Kreativität in unserer Arbeit. - Es ist sicher aufregend, sich auf das Neue einzulassen, und es ist insofern mit einer "Gefahr" verbunden als das alte Strukturen, Ansichten und Techniken möglicherweise in Frage gestellt werden - aber es ist noch eine größere Gefahr, sich dem lebendigen Austausch zu verweigern! Ob das nun Seishinkai Aikido ist oder ganz etwas anderes.

Der beste und einzige Weg, Tradition fortzuführen ist, immer wieder aufmerksam mit der Tradition zu arbeiten. Die Veränderungen, die dabei entstehen können, bewahren die Tradition eigentlich erst und machen unsere Geschichte sinnvoll :-)