Eindrücke zum Lehrgang mit Inaba Sensei in Heidelberg

Von Mirjam Fischer, Frankfurt

Wenn man auf einen Aikido, bzw. Budo-Lehrgang geht, erwartet man als Letztes,  theoretischen Unterricht an der Tafel zu erhalten. Insbesondere, wenn der leitende Meister Japaner ist. Man erwartet sicherlich Strenge, einen hohen Anspruch an Disziplin, jedoch keinen Unterricht an der Tafel, den man still in Seiza sitzend verfolgt. Doch genau das ist es, was wir in Heidelberg bei Inaba Sensei erlebt haben. Natürlich mussten auch die Kami der Bergstraße angesprochen und das Ki der Sporthalle mit Schwertschnitten gereinigt werden. Auf diese Weise haben wir sogar eine „Präsentation“ seiner Schwertkünste und der Schwertkünste seiner langjährigen Schüler erhalten. - Die Intensität dieser Momente war groß.

Die bedauerlicherweise seltenen und kurzen Momente, bei denen Gelegenheit war, selbst zu üben, waren intensiv und bereichernd. Insbesondere die Begegnung mit Miki-San hat mich beeindruckt, und mir – gerade auch als Frau – besonders gefallen.

Darüberhinaus wurden wir bereichert um eine Betrachtung der Fukushima-Katastrophe aus Sicht eines Budo-Meisters. Und es wurde recht gut spürbar, wie es gemeint ist, wenn gesagt wird, dass man jede Bewegung immer so ausführen solle, als sei sie die letzte Bewegung. Im selben Rahmen wurde deutlich, worum es geht, wenn man sich Tag für Tag, Minute für Minute darum bemüht, den Geist frei werden zu lassen – frei von Urteilen, frei von Furcht.