Passagenvorbereitungen

Die Winterpassagen 2012/2013 finden - wie Ihr wisst - zusammen mit dem Intensivlehrgang Aikido am 12-13 Januar statt.

Wer sich vorgenommen hat, eine Passage zu machen bzw. sich noch unklar ist, möge bitte mit mir sprechen. Wir werden auf Fragen bereits in der nächsten Woche eingehen, v.a. aber in der ersten und zweiten Januarwoche AN JEDEM TAG individuelles Kyu-Vorbereitungstraining in Frankfurt machen.

Das Training beginnt im neuen Jahr am Mittwoch, den 2. Januar. Wir haben also noch 9 öffentliche Vorbereitungsstunden


Eine Klinge schmieden...

Sommer 2012, Hirschegg – neben vielen menschlichen Begegnungen und einem anregenden Training gab es auch viel philosophischen Input, Saatkörner zum Weiterdenken. Inspiriert von der Dokumentation über Heidegger und das „kreative in die Welt Bringen“ wollte ich mal wieder etwas mit meinen Händen machen, etwas anderes als eine Computermaus über den Schreibtisch schieben... und entschied mich für einen Workshop, ein Damastmesser zu schmieden.



Es ist düster in der Schmiede und heiß. Die gestapelten Stahlplatten liegen im Feuer. Man muss die richtige Temperatur erkennen, die harten und weichen Lagen verschweissen, schmieden. Es ist meditativ – warten, bis der Stahl die richtige Farbe hat, dann schnell und konzentriert an den mechanischen Hämmern schmieden, schweisstreibende körperliche Arbeit trotz Maschine. Präzision ist gefragt, dem Stahl die richtige Form geben, die weichen Lagen nicht verschieben.

Dann wieder warten. Drei mal wird der Stahl ausgeschmiedet, abgekühlt, poliert, in Stücke geschnitten, gestapelt, und wieder ins Feuer gelegt. So werden die zwei Stähle – zwei Qualitäten, die eine hart und spröde, die andere weich und zäh – miteinander verbunden. Durch den Prozess winden sich die Lagen ineinander, ihre Individualität erhaltend und dennoch unlösbar verbunden,

zusammen eine neue Qualität bildend. Die Klinge wird hart sein, und gleichzeitig elastisch.Diese Art der Verbindung, individuell UND verbunden, ist essentiell. Wenn man nicht aufmerksam ist, wenn der Stahl zu heiß wird, zu lange im Feuer liegt, schmelzen die Lagen zusammen. Ihre gegensätzlichen Qualitäten gleichen sich aus – ins Mittelmaß. Die Klinge wäre weder richtig hart, noch richtig flexibel, wäre unbrauchbar. Und ich frage mich, wie können wir Menschen unsere individuellen Qualitäten, die doch so unterschiedlich sind, in etwas Gemeinsames geben, ohne diese Individualität aufzugeben und in ein Mittelmaß zu verschmelzen?

Denn gerade in dem Ineinander-verwinden, -verschmieden, -verbinden entsteht ja eine weitere Qualität, eine neue Individualität. Kein Damast gleicht dem anderen. Wie bei Holz hat jeder sein einzigartiges Muster, gleichsam eingeprägt ist die Erinnerung an den Prozess des Ineinander-Faltens der Lagen. Ein Damszenermesser ist nützlich und ästhetisch und individuell. Später, ganz am Ende des Prozesses, wird die Klinge geätzt, wird die schon im gefalteten Stahl enthaltene Schönheit herausgehoben, entwickelt, ans Licht gebracht.

Doch vorher muss dem rechteckigen Stück Metall die Form gegeben werden. Einen ganzen Tag schleifen wir, Lage für Lage, überschüssiges Material ab. Viel Fingerspitzengefühl ist gefragt, damit nicht zu viel und nicht zu wenig Material weggenommen wird. Immer wieder greift der Schmied ein – das kann man nicht an einem Wochenende lernen – viel Übung ist notwendig, um den richtigen Winkel, das richtige Maß an Druck zu treffen. Meine Gedanken schweifen, ich sinniere über das Herausschleifen der Klinge aus dem Metallriegel – ist das nicht auch so ähnlich beim Training? 

Wir lernen neue Bewegungen, na klar. Aber wird nicht vielmehr viel an alten, unnützen Bewegungen „abgeschliffen“, Lage für Lage, um eine ursprüngliche Form heraus zu arbeiten? Wie ist das mit der Entwicklung in unserem Leben? Entwickeln wir Eigenschaften oder legen wir etwas frei, etwas, das schon immer in uns war, verborgen unter den Schichten von Erlernten und Erworbenen? Und: wie viel Messer war denn schon in dem Metallriegel, bevor ich mich entschieden habe, genau dieses Messer, dieses einzigartige, aus der Form heraus zu holen?

Mittlerweile sitzen wir auf Stühlen im Garten, zwischen den Bienenstöcken, trinken Kaffee und schleifen die Holzgriffe in Form – 60ziger – 120ziger – 240ziger – 320ziger Körnung. Ich habe ein dunkles, rotes Holz aus Südamerika gewählt, ein Holz mit wenig Maserung. Der Griff soll harmonisch zur Klinge passen, das Muster des Damast unterstreichen, ohne selbst zu dominant zu sein. Nur, wie entscheidet man das, wenn der Damast noch nicht im Säurebad entwickelt ist?

Es ist ein schöner Platz hier, ein Platz zum Ausstieg. Jan, der Schmied hatte Bankkaufmann gelernt, ehe er sich entschieden hat, auszusteigen und ein Handwerk zu lernen. Er lebt fast autonom hier im Mecklenburgischen, hat Landwirtschaft, eine Kuh, die Bienenstöcke. Und er kann davon leben, Messer zu schmieden...

Der Griff ist schnell montiert, ein letztes Polieren mit feinstem Korn – das Schärfen überlasse ich dem Fachmann. Und dann halte ich es in den Händen, mein Messer. Ich habe mit meinen Händen, meiner Kreativität und basierend auf jahrhundertealtem Wissen etwas in sich Einzigartiges in die Welt gebracht – einen nützlichen Gegenstand, der schön ist.  

Alexander Madl

Winterferien 2012/2013

Das letzte offizielle Training im Jahr ist am 21. Dezember. Von Samstag, den 22. Dezember bis einschließlich Dienstag, den 1. Januar ist der SEISHINKAI geschlossen.

Das erste Training im neuen Jahr ist am Mittwoch, den 2. Januar 19.00 Uhr (normaler Stundenplan).

Wenn Ihr frei trainieren wollt zwischen den Jahren, seid eingeladen. Es gibt ja genügend Leute mit Schlüssel. Ich schlage vor, dass wir für freies Training eine Liste im Schwarzen Brett aufmachen.

Stilles Training - statt Weihnachtsfeier: 21. Dezember

Wir haben so viele Weihnachtsfeiern in der Regel, im Monat Dezember. Unsere waren bisher nicht schlecht, es ist sehr nett, beieinander zu sitzen, zu essen und zu trinken -

doch ein gemeinsames Training in Stille geht tiefer und passt zum Datum 21. Dezember: der Wintersonnenwende. Dies ist der dunkelste Tag des Jahres, wir vermissen das Licht - nicht nur das äußere, sondern auch das innere Licht.

Das innere Licht schenken wir uns gegenseitig, in gemeinsamer Hingabe im Training. Es ist schön, wenn sich das kleine Ich im Training verliert und darum der Himmel unser Keiko einhüllt, der Horizont mit dem Nordstern tanzt.

Aikido ist keine Religion im exoterischen Sinne, es gibt keine Behörde. Strukturen sind kein Selbstzweck, sondern Fahrzeug, Mittel zum Zweck. Wo fahren wir hin? Wir müssen es nicht immer wissen, solange wir in der Passage schwimmen und nicht untergehen.

Für Freitag, den 21. Dezember 2012 20.00 bis 21.00 Uhr laden jeden Aikidoka ein, der kommen möchte zum stillen Training. Wir werden eine verbindliche Anmeldeliste ausgeben. Das Training ist begrenzt auf 30 TeilnehmerInnen und ist kostenlos.

Die Tür des SEISHINKAI wird um 19.45 Uhr geschlossen. Bitte klingelt nicht, wenn Ihr zu spät kommt, sondern geht wieder nach Hause. Seid am besten um 19.30 Uhr da, damit wir uns entsprechend vorbereiten können.  Dieses eine Mal im Jahr wollen wir in Würde den Alltag vollständig draußen lassen.

Das Training leitet Thorsten Schoo Sensei.

PS: Das normale Erwachsenentraining 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr fällt aus. Wir brauchen die Zeit, um das Dojo vorzubereiten und zu reinigen. Auch hierfür gibt es eine Teilnehmerliste, in die Ihr Euch eintragen könnt.

Aikido mit mir selbst oder: So macht mir Meditation endlich Spaß!

Das Unbewusste hat ja Humor. Es produziert tolle Bilder, ein inneres Kino, das ich mir gern ansehe. Jedenfalls dann, wenn ich eine Methode zur Meditation nutze, die bei mir bisher tiefergehend wirkte als Stillsitzen und Atemzüge zählen: „Den Dämonen Nahrung geben“, die Methode wird im gleichnamigen Buch von Tsültrim Allione ausführlich beschrieben. „Dämonen“, das sind unsere inneren und äußeren Angreifer - das Kopfweh, das Suchtverhalten, die Angst oder der Krebstumor, aber auch der fiese Chef, die zerstrittene Schwester, der ums Kind zankende Ex-Gatte. Sie plagen uns und machen uns im schlimmsten Fall das Leben zur Hölle. Mit ihnen allen können wir in unserem Inneren, meditierend, Aikido praktizieren, indem wir ihnen etwas anderes geben als sonst oft: Zuwendung, Verständnis, Hingabe an das was sie brauchen. Es kostet uns nichts als etwa 30 Minuten Zeit. Es gibt nichts zu verlieren, aber viel an Einsicht, Ruhe und Liebe zu gewinnen.

In der Meditation stellen wir uns sehr bildlich „jenes Schlimme“ als einen Dämon mit Körper, Gesicht und Augen vor. Wir fragen: Was willst Du von mir? Was brauchst Du von mir? Wie wirst Du Dich fühlen, wenn Du bekommen hast, was Du brauchst? In der Meditation schlüpfen wir in die Rolle des Dämons und geben selbst die Antworten, die häufig überraschend sind. Zentral ist dann, den „Dämon“ zu füttern. Wir verwandeln in der Vorstellung unseren eigenen Körper in einen Nektar aus dem Gefühl, nach dem der Dämon sich sehnt und nähren ihn damit, bis er verschwindet: ein Bad aus Leichtigkeit, wenn er sich gern leicht fühlen möchte, oder eine Woge aus Liebe, wenn er sich geliebt fühlen möchte. Wir visualisieren auch eine verbündete Figur, die wir u.a. fragen, welche Unterstützung sie uns gibt und wie wir sie rufen können. Und in der Rolle des Verbündeten geben wir auch die Antwort. Das anschließend empfohlene „Ruhen im Gewahrsein“ als letzter Schritt des Vorgehens fällt mir nach all diesen Bildern viel leichter als andere, früher erprobte Meditationsweisen.

Mein innerer Konflikt ist dann nämlich auf symbolischer Ebene bereits bearbeitet, und ich habe Zeit, wirklichen Frieden zu erleben. Davor begegne ich skurrilen, bemitleidenswerten, fiesen oder witzigen Figuren. Und erhalte verblüffende Einsichten, zu denen ich kaum alleine auf rationalem Weg gekommen wäre. Mein erster Versuch mit dem Dämonenfüttern galt meiner Angst vor einem schwierigen Gespräch. Die Inhalte dieser ersten Meditation erinnere ich nicht mehr, aber deren Resultat: Ich war voller Liebe und Fröhlichkeit, als ich zu dem Gespräch fuhr, ich hätte laut singen mögen! Das Gespräch verlief schwierig, und ich blieb in dieser liebevollen und frohen Haltung und bewältigte es gut. Von meiner Angst befreit, verstand ich nun die Angst der Gesprächspartnerin, und wir fanden in weiteren Gesprächen zu einer Lösung.

Spätere Dämonenfütterungen waren in ihrer Wirkung anders, oft sanfter, immer entstand aber Klärung, kam eine Anregung, spürte ich leichteres Atmen, ein befreites Körpergefühl. Neben diesem guten Nachklang lockt mich immer wieder die bunte Bilderfülle, die mich jedes Mal mit etwas Neuem überrascht, und die mir anschließend reichlich Stoff zum Nachdenken, Deuten und oft auch zum Schmunzeln bietet. Sie wirkt wie ein Versprechen, mich dem zuzuwenden, was mich bedrückt, statt davor zu fliehen. Was mir eben noch als Feind erscheint, das offenbart mir wichtige Botschaften. Plötzlich meditiere ich gern.   
Vera Jost

Scholarship Deutschland-Norwegen


Ab 2013 wird der Frankfurt SEISHINKAI mit dem Hadeland Aikidointernat einen kulturellen Austausch durchführen.Thorsten schickt einen fortgeschrittenen Schüler nach Norwegen, und Dimitris schickt einen oder zwei der Begabtesten im Jahr nach Deutschland.

Einen Einblick in die Arbeit von Dimitris Farmakidis bekommt Ihr auf der norwegischen Webseite

Weitere Infos auf der Verbandsseite SEISHINKAI AIKIDO DEUTSCHLAND.

Jo-Jutsu von Thorsten Schoo, von Joerg Hauser

Ich selbst lerne seit 13 Jahren Aikido (im Stil von Meister Hirokazu Kobayashi). Bisher habe ich mich daher lediglich mit Aikijo befasst und dies war also mein erster Jo-Jutsu-Lehrgang.

Thorsten hat mir auf eine interessante Art und Weise neue Perspektiven mit dem Jo vermittelt, die ich so im Aikijo bisher nie gesehen hatte.

Ich hatte den Eindruck, dass sowohl für Anfaenger als auch Geübte Aikidoka etwas dabei war, das sie mit nach Hause nehmen konnten. Und ich nehme den Mund bestimmt nicht zu voll wenn ich behaupte, dass selbst Bruder Tuck seine Freude gehabt hätte.

In meinem Fall gab ich dies sofort, in meinen darauf folgenden Trainings, an unsere Anfänger und Fortgeschrittenen weiter, wobei ich bei allen das selbe Leuchten in den Augen erkannte, das man auf der Frankfurter Matte bei mir bestimmt auch sehen konnte.

Bis zum nächsten Mal,

Joerg Hauser.

Ken-Jutsu mit Thorsten Schoo, von Mirjam Fischer

Neben all den wichtigen Aspekten des Kenjutsu, die Thorsten für uns auf dem Schwertlehrgang im Hombu letzten Samstag wieder aufgegriffen und trainierbar gemacht hat, war für mich persönlich "Aus der Schwäche eine Stärke machen" besonders wichtig. 
 
Es ist eine Wiederbegegnung mit einem Thema, das ich schon fast vergessen hatte. Meine Motivation, mit dem Aikido zu beginnen, war nämlich damals der Wunsch, aus meiner Schwäche Stärke zu machen. In einem fortgeschritteneren Stadium meines Übens werde ich jetzt wieder an dieses Anfangsthema erinnert. 

Ich wünsche mir heute, das Thema bewusster in den Alltag zu nehmen und zu erkennen, welche Stärken in meinen vermeintlichen Schwächen verborgen sind. Das ist mir im Zusammenhang mit Kyo Dachi Kote Giri besonders deutlich geworden. Schwäche ist nichts Absolutes, sie ist relativ zur Situation. Wenn sich der Blick und die Wahrnehmung weiten, relativiert sich auch die zugegeben große Gefahr durch einen starken Gegner. Also gelassen bleiben und die Mitte halten!

Ich war von Thorsten beim Shitachi darauf vorbereitet worden, sein Uchitachi im Ansatz zu ersticken, wenn er auch nur den geringsten Fehler bei seinem zweiten Angriff machen würde (Angriff zum Arm/Handgelenk nach Kiri musubi). Ich hatte meinen Atem beruhigt und vertieft, die Schultern entspannt, das Hara gefüllt usw. -  und sollte nur auf Thorstens Unsauberkeiten achten und seinen Angriff im Ansatz unterbinden. Selbstverständlich würden auch sehr gute Angriffe dazwischen sein! Also im richtigen Moment die Füße so verlagern, die Hüfte so bewegen, dass sein Schwert ins Leere schneiden würde ... 

Es war noch immer das vollkommene Glücksspiel für mich. Mein Blick ist noch nicht genügend geschult, mein Geist noch nicht gelassen genug, um das sehen zu können, geschweige denn den Körper rechtzeitig folgen zu lassen. Die Unsicherheit darüber hat mich immer wieder ins Wackeln kommen lassen, was das Timing verdirbt, und dem erfahreneren Gegenüber den sofortigen "Sieg" bringt. 

In diesem "Misserfolg" ist mir aber klar geworden, wie sehr es vom eigenen Blick auf die Bedingungen abhängt, was man aus der Situation macht. Manchmal ist es mir eben gelungen, die Aufmerksamkeit groß zu halten und gleichzeitig zentriert zu bleiben. Dann konnte ich das Feuer im Ansatz ersticken!

Schwäche und Stärke liegen wirklich nah beieinander. Es braucht oft keine große Arbeit, sondern nur eine Verschiebung der Aufmerksamkeit, um das zu realisieren. Mein Training wird mich dorthin führen.

Mut zur Verbeugung

Im Aikido-Dojo gibt es die Konvention sich zu verbeugen. Bei allen möglichen Anlässen: Vor dem Betreten der Matte, vor und nach der Stunde, vor und nach jeder Übung, nach einer Korrektur durch den Trainer /Lehrer. Vielleicht auch im Verlauf einer schwierigen Begegnung...
Manchmal fällt einem das Verbeugen schwer. Warum soll ich mich vor diesem Partner verbeugen? Er/sie hat weniger Erfahrung/Ahnung/Talent als ich, hat mich gerade verärgert, mir weh getan. Oder man ist einfach schon so müde, mit den Gedanken noch bei den Besonderheiten einer Technik, oder geistig schon von der Matte gegangen...
Ansprechend und absolut versöhnend finde ich zu diesem Thema folgenden Auszug aus Jack Kornfields Buch "Nach der Erleuchtung Wäsche waschen...".

Es fiel mir schwer, diesen Mitbewohnern […einem alten ungepflegten Reisbauern […], der vor einem Vierteljahr im Zuge der Ruhestandsregelung für Bauern ins Kloster gekommen war, ständig Betelnuss kaute und noch nie in seinem Leben meditiert hatte] in der Waldeseinsamkeit Respekt zu zollen, als wären sie große Meister. Trotzdem verbeugte ich mich weiter, während ich in meiner Not nach einer Lösung suchte. Und als ich mich wieder auf einen Tag voller Verbeugungen vor meinen "Älteren" gefasst machte, kam ich schließlich auf die Idee, meine Verbeugung einem würdigen Aspekt des Betreffenden zu widmen. Ich verbeugte mich vor den Lachfalten des alten Bauern dafür, dass er all die Schwierigkeiten durchgestanden hatte, denen er in seinem Leben begegnet war. Ich verbeugte mich vor der Lebensfreude und Tatkraft der jungen Mönche, vor den unglaublichen Chancen, die das Leben noch für sie bereit hielt.
Mir begann das Verbeugen Spass zu machen. Ich verbeugte mich vor meinen "Älteren". Ich verbeugte mich beim Betreten und Verlassen der Meditationshalle, ich verbeugte mich, bevor ich in meine Waldklause ging, und vor der Quelle, bevor ich ein Bad nahm. Bald hatte ich mich an das Verbeugen richtig gewöhnt - es war mir zur zweiten Natur geworden. Was immer sich bewegte, ich verbeugte mich davor.
[…] Die wahren Aufgaben des spirituellen Lebens liegen nicht in weiter Ferne und sind auch nicht in außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen zu finden: sie warten hier und jetzt auf uns. Man muss dem Leben, so wie es ist, auf kluge, achtsame und freundliche Art begegnen. Alles verdient diese Art Verbeugung, Schönheit und Leiden, Verstrickung und Verwirrung, Ängste und weltliche Ungerechtigkeit.
Wenn man der Wahrheit derart aufrichtig begegnet, dann ist man auf dem Weg zur Freiheit. Es ist nicht unbedingt leicht, sich statt vor Idealen vor dem zu verbeugen, was ist, aber ungeachtet dessen ist es eine der nützlichsten und würdigsten Übungen überhaupt."

Die Lektüre dieses Abschnitts hat mich in diesem Moment sehr friedlich gestimmt. Ich finde, es wird sehr deutlich, was wir im Aikido eigentlich machen. Was wir erreichen können, wenn wir unserer Übung folgen, wenn wir geerdet bleiben, im Alltag und auf der Matte. Uns fällt es dann leichter, uns und unsere Umwelt so anzunehmen, wie wir gerade sind.

Mirjam

Baba Yaga

Baba Yaga ist eine alte Frau mit einem wilden hexenähnlichen Gesicht, die in ihrem Kessel rührt und alles weiß. Sie lebt mitten im Wald. Wer sie finden will, bekommt es mit der Angst zu tun, denn dazu muss man sich mit dem Dunkeln auseinander setzen, gefährliche Fragen stellen und die erquickliche Welt der Logik verlassen.

Als der erste junge Sucher bei ihrer Hütte ankommt und zitternd an die Tür klopft, fragt Baba Yaga: "Bist du aus eigenem Antrieb hier, oder hat dich jemand geschickt?" Der junge Mann, der von seiner Familie zur Suche ermutigt wurde, antwortet: "Mein Vater hat mich geschickt." Baba Yaga wirft ihn prompt in den Kessel und kocht ihn.  

Als Nächstes findet schließlich ein junges Mädchen in die Hütte, weil es das Feuer qualmen sieht und Baba Yaga lauthals lachen hört. Wieder fragt Baba Yaga: "Bist du aus eigenem Antrieb hier oder hat dich jemand geschickt?" Die junge Frau war aus reiner Neugier in den Wald gegangen. "Ich bin aus eigenem Antrieb hier", antwortet sie. Baba Yaga wirft sie in den Kessel und kocht auch sie.

Als Drittes gerät wieder eine junge Frau tief in den Wald und findet sich vor der Hütte Baba Yagas ein. Als sie den Rauch sieht, weiß sie um die Gefahr. Baba Yaga fragt sie: "Bist du aus eigenem Antrieb hier oder hat dich jemand geschickt?" Die junge Frau antwortet aufrichtig: "Einerseits bin ich aus eigenem Antrieb da, andererseits aber anderer wegen. Ich bin auch deinetwegen da und wegen des Waldes und wegen etwas, das ich vergessen habe, und teilweise weiß ich überhaupt nicht, warum." Baba Yaga schaut sie kurz an und sagt dann: "Du bist in Ordnung, komm herein."

Eine russische Initiationsgeschichte

Deshis

Aktuell im Ausbildungsprogramm des SEISHINKAI AIKIDO sind

Krystian Semtner-Gralek - Frankfurt
in der Ausbildung zum Aikidolehrer für Erwachsene









Daniela Appel - Frankfurt
in der Ausbildung zur Aikidotrainerin für Kinder









Benedikt Redeker - Frankfurt
in der Ausbildung zum Aikidotrainer für Erwachsene

Paul Menesi - Frankfurt
in der Ausbildung zum Aikidotrainer für Erwachsene









Igor Sementchuk - Frankfurt
in der Ausbildung zum Aikidotrainer für Erwachsene










Karolina Seibold - Frankfurt
in der Ausbildung zur Aikidolehrerin für Erwachsene

Annette Röllig - Offenbach
in der Ausbildung zur Aikidolehrerin für Erwachsene

Hans-Werner Pitsch - Vluyn
in der Ausbildung zum Aikidotrainer für Erwachsene

Gastgeschenk

Bei meinem letzten Aufenthalt in Oslo habe ich ein kleines Buch geschenkt bekommen mit dem Titel "Aikido Preparatory Exercises" mit Suganuma Morito Sensei. Darin zitiert er zum Beispiel
Masahiro Yasuoka Sensei. He defined three ways of keeping physically and mentally fit for the busy person, and practiced them for himself.

1. Always carry the Spirit of Happiness in your mind. No matter how hard things get, you should have some space for the Spirit of Happiness, deep in your mind. For example, should someone say something bad to you, attempt to slander or pass rumors behind your back, naturally will get mad, but even so inside your mind you should think, "Wait, this is actually a good opportunity for me to reflect upon myself. It will help me grow as a human being. Good, good."

2. Always be thankful. Be thankful for a bowl of rice. Be thankful for having had a safe year, even in the face of misfortune. Be thankful for everything that comes our way, big or small.

3. Always act charitably in secret. Aspire to do a good deed all the time, even when no one is looking. It doesn't matter how big or small it is, volunteer at every opportunity.

As lon a you practice these three ways of spending a healthy and happy life, your fortunes will grow.


Schwert Intensivlehrgang für Kinder

In der 43. Kalenderwoche wollte der Kinderhort aus Frankfurt Rödelheim ungewöhnlicherweise ein "Kampfseminar" mit den überaus agilen Kindern des Hortes veranstalten und wendete sich in diesem Zusammenhang an uns.

Die Vorstellungen gingen zunächst in Richtung freier Stockkampf !! - wobei wir hier doch abgebogen sind, um in einem Schwertseminar den Zusammenhang zwischen  Konzentration, der Kunst des Wartens und Explosion herauszuarbeiten.

Nun war dies unser erster Kurs in dieser Intensität, immerhin vier aufeinander folgende Tage. Thorsten hatte tatkräftige Unterstützung von Karolina Seibold und Mira Frings, ohne deren Hilfe der Kurs nicht hätte stattfinden können. Denn gleichzeitig gibt in dieser Zeit für alle Trainer auch andere Verpflichtungen in Schulen außerhalb.

Der Kurs war wohl für alle so intensiv und anspruchsvoll, auch für die drei BetreuerInnen, die dabei waren, dass wir leider vergessen haben, mit Fotos zu dokumentieren! So gibt es leider keine Bilder. Wir werden aber später versuchen, noch ein paar Impressionen mitzuteilen.

Vielen Dank an den Hort für den Auftrag und die Kinder für ihr großartiges Engagement. Wir wünschen Euch alles Gute - und vergesst nicht: das Schwert und Euer Willle können durchgehen ...

In Oslo Oktober 2012

Ich kenne Oslo im Sommer und im Winter. Im Herbst - bei diesem Besuch hat es viel geregnet - schwillt der Bach, der direkt am Dojo vorbeifließt, zu einem reißenden, donnernden Fluss an.

Noch nie waren bei einem Wochenendlehrgang kontinuierlich so viele Leute zu Besuch wie in diesem Jahr. Man musste schon aufpassen, und vor allem bei der stickigen Luft und den vielen Leuten die Tür nach draußen offen halten - nur dass ich dann kaum mein eigenes Wort verstand.

Die Kinder hier, habe ich gehört, meditieren gerne zu dem tosenden Lärm - erstaunlich auf den ersten Blick. Aber wenn man genauer darüber nachdenkt, eigentlich klar: Da draußen, das ist der Lärm einer größeren Natur; da fühlt es sich nicht gut an, zusätzlichen Lärm zu machen.

"What comes up must come down". Bald schon werden die Regenfälle aufhören und in Schnee übergehen. Erst die Schneeschmelze im Frühjahr wird die Wasser wieder über die Ufer treten lassen. Der Fluss wird  bald wieder leiser werden. -

Doch jetzt, während ich dieses Seminar halte, mit diesen inspirierenden Leuten, lasse ich es schon jetzt schneien, fühle eine außerordentliche Stille in mir und eine kristalline Präzision im Ausdruck.

Dieser Fluss ist in gewisser Weise stärker als ich: Ich hatte ganz andere Dinge vor zu unterrichten. - Tatsächlich geht es um Shomen uchi und Yokomen uchi, diese zwei fetten Brocken, um die wir immer wieder herumspülen. Wie kann man die Angriffe von außen aufnehmen, wie kann man direkt in sie hineingehen - und dabei mit dem gleichen Geist voranschreiten?

Es gab abends beim Dinner eine lebhafte Diskussion darüber, ob im Aikido das Ausweichen und Mitgehen eigentlich vorherrschen muss, und welchen Stellenwert das Eintreten überhaupt hat. - Diese beiden Prinzipien sollten sich meiner Meinung nach im Aikido ständig ausgleichen.

Aikidoseminar in Brandbu

Wie eigentlich bei jeder Begegnung mit den Aikidoka in Brandbu / Norwegen bin ich sehr berührt von ihrer Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft.

Die Schüler in diesem einzigartigen Aikido Internat haben ein Jahr Zeit, ihr Leben neu zu ordnen, wenn nötig,  und Kraft zu sammeln für die ersten Jahre nach der Schule: In welche Richtung soll das Leben gehen? Nicht nur beruflich, viel essentieller: Wie tief will ich mich einmischen, wie weit will ich draußen bleiben? Was erwarte ich vom Leben, und was erwarten die anderen (in meinem Kopf) von meinem Leben?

Es ist da nicht überraschend, dass Berufsfragen in diesem Kontext nur eine untergeordnete Rolle spielen. Der Übungsraum ist weitgehend frei von den ledernen Bandagen des Mainstream. Das tägliche Keiko (ganzheitliche Übung des Aikido) wirkt unter diesen Bedingungen wie ein mächtiger existenzieller Hebel.

Vorausgesetzt, die Leute lassen sich auf die Arbeit ein, selbstverständlich. Ich habe mittlerweile schon einige Menschen getroffen (und nicht nur in Brandbu!), die durch ihr persönliches Training dort verstanden haben, auf was es für sie in diesem Leben ankommt. Stetig bewegen sie sich weiter auf ihrem Weg weg vom Unglück...

Nebenbei: Wenn das Unglück fehlt, ist es dann Glück? - Das Eigenartige am Glück ist ja, dass, wenn wir darüber reden, die Situation, in der wir Glück empfunden zu haben glauben, schon längst wieder vorbei ist. Und dass wir in dieser Situation keine Zeit fanden, an das Glück zu denken!

So wie die Rede vom Unglück kann auch die Rede vom Glück nicht  beschreiben, was im Aikido vor sich geht. Sie packt das Wesentliche, das Bewegende in eine Box und verniedlicht es. Aikido ist nur im Tun, im Moment.

Jo-Jutsu für Fortgeschrittene

Dieser sehr kleine Lehrgang für Fortgeschrittene hatte es in sich. Elemente des täglichen Trainings im wurden aufgegriffen und im Hinblick auf die freiere Auseinandersetzung weitergeführt.

Es gab auf der Matte schon das eine oder andere feedback - deswegen möchte ich alle TeilnehmerInnen einladen, ihre Eindrücke, Erkenntnisse und  Erfahrungen aufzuschreiben! Selbstverständlich sind auch die Eindrücke der Gäste - für die die Jo-Jutsu Arbeit nicht selbstverständlich ist, interessant für uns. Sendet die Sachen einfach per Email an mich.

Ich persönlich fand den Rhythmus des Lehrgangs sehr schnell - 4 Stunden sind natürlich nicht viel. Ich fände es zum Beispiel sehr interessant, einen Jo-Jutsu Lehrgang superintensiv - z.B. 6 Stunden in 3 Einheiten an einem Tag - abzuhalten. Wenn sich 10 Fortgeschrittene finden, würde ich das machen :-)
 

Thorsten Schoo

Stocklehrgang intensiv Oktober

Der Stocklehrgang Intensiv am 13. Oktober ist voll belegt. Wir haben eventuell noch Platz für 2 Personen. Bitte meldet Euch bei Thorsten Schoo direkt.

Herbstlehrgang 2012

Samstag, der erste "Intensiv Tag", war thematisch voll, die Matte war voll, die Köpfe am Ende der 5 Stunden Training übervoll, der Körper auf dem Weg nach Hause wie Gummi ... (so zumindest einige, die ich interviewt habe).

Sonntag, der Passagenlehrgang, war noch voller, aber auch ruhiger, mit der gewohnten Vorbereitung für die aufeinander aufbauenden Grade.

Es waren sehr schöne Passagen, herzlichen Glückwunsch an:

Paul Menesi, 6. Kyu
Dennis Lange, 6. Kyu
Carlos Mullov, 5. Kyu
Igor Sementchuk, 5. Kyu
Daniela Appel, 5. Kyu
Jenna Limbach, 5. Kyu
Byron Uzoma, 4. Kyu
Oliver Reiss, 4. Kyu
Andreas Treccosti, 3. Kyu
Benjamin Redeker, 3. Kyu
Udo Hornbogen, 1. Kyu
Mira Frings, 1. Kyu

Glückwunsch auch noch einmal an Krystian Semtner-Gralek und Yves Krüger, die ihre erste bzw. zweite Dan Urkunde verliehen bekommen haben.


Erster Aikidolehrgang

Der erste Aikidolehrgang in der neuen Saison liegt hinter uns!

Übungen und Strategien entwickeln, wie die "Kraft der Muskeln" durch die "Kraft der Vorstellung" ersetzt werden kann, zaubern vielen ein Fragezeichen auf die Stirn.

Tatsächlich ändert sich das Tori-Uke Verhältnis wie folgt: Wenn die Vorstellung kraftvoll genug ist, bringen  "kontrollferne" Bereiche wie v.a. die Hüfte und die Füße die Verbindung zwischen den Haras minimal ins Wanken. Uke gerät in Bewegung und weiß nicht warum - Tori folgt nunmehr Uke's Bewegung.

Ohne Kraft ....

Das sind schöne Übungen und Anregungen, die ich z.T. vom Lehrgang mit Ikeda Sensei mitgebracht habe. Ich wollte sie auf jeden Fall mal einbringen und bin sehr froh darum, dass ich es getan habe. Da gibt es einiges zu entdecken!

Nichtsdestotrotz haben wir auch die zu den jeweiligen Kyugraden gehörenden Basisformen geübt. Das Gruppentraining zwischendurch kam auch gut an, hatte ich den Eindruck, und war nicht so schwierig :-)

Der nächste Lehrgang mit Thorsten Schoo in Frankfurt ist der Herbstlehrgang mit anschließenden Kyupassagen am 6. - 7. Oktober. Die Anmeldeliste hängt aus.

Lehrgang mit Ikeda Sensei in Le Vigan

Der Lehrgang mit Ikeda Sensei in Le Vigan bei Montpellier hatte von Anfang an etwas Besonderes und auch Ungewisses, angefangen damit, dass Ikeda mir via Facebook zum Geburtstag gratuliert hatte (da habe ich erst mal nachgefragt, ob jemand vielleicht einen Scherz mit mir treibt - es gibt ja auch mehrere Steaven Seagal's auf fb). Aber nein, es war wirklich Ikeda Sensei! Wir hatten im Anschluss noch einen herzlichen Briefwechsel.

Das war für mich Grund genug, diesem "Zeichen" nach Südfrankreich zu folgen und Sensei Ikeda nach 9 Jahren zum 2. Mal wiederzusehen...  - - Sein Aikido hat sich sehr verändert! Ganz viel innere Arbeit, der gesamte Lehrgang stand auch unter dem Motto "Internal power and balance".

Insgesamt gibt Ikeda Sensei nun viele einfache Übungsstrukturen vor, in denen man sein Hara und den Ki-Fluss ausprobieren und verbessern kann. Die Arbeit ist in Ansatz unseren Grundlagen sehr nah, wir können das wunderbar einbauen - was ich auch vorhabe.

Hier noch zwei - sehr schlechte -  Fotos mit dem Handy von Ikeda Sensei und mir, eines aus dem Jahre 2003 und das andere ist aktuell von diesem  Lehrgang.



















2003





















2012

Lehrgang mit Inaba und Araya Sensei bei Berlin

Der Lehrgang in Straußberg bei Berlin war technisch dieses Jahr sehr viel mehr auf die Basis ausgerichtet - es waren immerhin viele neue Gesichter zu sehen, unter anderem eben auch viele Anfänger / Kyugrade.

Ich habe mich diesen Sommer deutlich mehr im mittleren Tanden, also das Herzbereich, versammelt und den Unterricht von hier empfangen und weitergegeben. Das Erstaunliche dabei ist: Wer mit dem Herzen sieht, urteilt nicht! Das wusste schon der Kleine Prinz ...

Es gibt zu diesem intensiven Lehrgang von mir keine Fotos, ich möchte aber einen Text ins Netz stellen, der uns von Araya Sensei  geschenkt wurde.


The power of constancy and variability
By Araya Takahashi

The use of power in Budo is very different from the use of power in sports. In sports, it is often the case that people mainly focus on strengthening the individual parts of their bodies because they have the scientific idea that their power equals the sum of the power of all individual body parts. In contrast to this, the Budo way of thinking is as follows: a higher level of Bujutsu (Budo technique) can be reached if the efficiency of the internal power is improved and if the powers which are dispersed throughout the body are unified to a greater extent. This is why there are many cases of people who reach their peak as Budoka after they passed their body peak.

The task in Budo is how to manage to “concentrate and control” the powers dispersed throughout the body. In order to achieve this, an important factor is to establish a “consciousness concentration point” (a point where your consciousness concentrates) as “the central controlling device” of power. 

Techniques to concentrate your consciousness into one place also exist in Zen meditation and other kinds of meditation; however, the difficulty in Budo techniques is to move the body while maintaining this state of your consciousness in one point. In other words, the concentrated consciousness is your power, and while preventing it from dispersing, you use this power towards the outside.

Once this Budo technique reaches an even higher level, you will be able to keep drawing not only powers dispersed inside your body but also anything that you touch into the power structure you developed. This means that even your uke or the weapons you use will be drawn into the movement of energy generated and emitted from your center. Those who have reached this point are commonly called “Budo no tatsujin”, the Budo masters.

In Budo, the seika tanden, the central point in the lower abdomen, is the body core and the “consciousness concentrating point” (the gathering point of your scattered consciousness); and through training, it will be possible to control the strength and direction of the power, which was generated and boosted from the lower abdomen, by controlling the strength of your consciousness.

So, what kind of body structure makes it possible to maintain this energy, which you concentrated into the center of your body, and boost it without loosing it? - In short it is the circulation of energy. The energy emitted from the center returns to the center without loosing its power. So the key is to build the circulation route for it.

This is something that cannot be explained by words alone, but you have to feel it and have the sense in your body. Ken-Jutsu is an example of something that is relatively easy to understand by watching. For example the principle of sword movement in Kashimashinryu is characterized by the spiral movement, and not by moving along straight lines. This is drawing with the sword the very moment of energy in circulation as it is emitted from the body core and returns to it. In this way, it is possible to build a structure that does not weaken or loose energy (because the energy is re-cycled).

Once energy stops in one place and stagnates, it will be weakened and lost. Deterioration of energy can only be stopped by circulating and reflecting it. Therefore, do not lock yourself up in isolation, but absorb energy into your body constantly keeping in touch with nature and society, and circulate this energy inside your body.

Here, the important point is that your core (the part of your consciousness which is the core of your power) must not be influenced or change its quality when contacting the outside. Once it collapses, your energy is scattered and ultimately lost, and you turn into something resembling an uncoordinated crowd.

In short, even while you are taking in the opponent’s energy, will, and intention, you should use it on him as your own power without changing your energy, will, and intention. That is the same in the Budo techniques: you act on the opponent with the power of his attack which you have turned into your own power while being attacked by him.

The origin of both the ideas of Budo power as well as the ideas of spiritual power can be found  out from here: It might be the idea that is based on the Shinto  view of nature, which takes the power circulation inside the body. This ancient view of nature and various concepts of society have been projected into Budo and inherited until today.

Identifying “changeable things” and “unchangeable things” in society

These principles and ideas can be applied to whole societies. Societies that grow and develop well are the ones that are constantly circulating energy without their core values being blurred.

In the past, Japan used to take in the values from outside the country such as Buddhism, Confucianism, and the modern Western ideologies. And by doing so, but maintaining the essence of the Japanese people, the Japanese were able to use these values as energy for the growth of the country and achieved its development.

Today, stagnation is hanging over the Japanese society, and there are two main causes for the energy loss: First, the core has been changed or forgotten, and second, people have stopped taking in new things. Expressing it the other way round, when these two factors are restored, the energy will be reactivated.
In the present society, trying to forcefully establish a new core would rather cause more opposition of their opinions. Society has been formed by experience, so through observation of the history of society, you will find out what the “changeable things” and “unchangeable things” are, and thus you will be able to (re)discover the true core. What has been left without any change from the ancient time, that is to say, the line of the Imperial throne, is the core of Japanese society.

What is important is to clearly distinguish between the factors which are or should be the true core and the ideologies and laws which keep changing over time. The latter ones are the factors that change and decline and that we have to change.

New energy will not be born if you force things that have to be changed not to change. Once you misunderstand what the core is, you will not be able to blow new wind.

In order to “take in new things”, which is another factor of reactivating energy, you need to challenge big problems to take up novel and original ideas and thoughts, the base of building a new system. As long as you are tied to evil customs, you cannot blow new wind.

A new energy will only be born by moving forward with newly made rules after deviating from the existing common sense, rules, and order.

A French intellectual once made a comment on the Meiji Restoration calling it a “suicide action”. However, the Japanese accomplished such a big reform. As long as you maintain a steady core, you do not need to be afraid of change. It is time for bold challenge not only for Japan but also for the world – to install the right core in society and to create a new system.

Yudansha Lehrgang im Juli

Am Samstag, den 30. Juli findet im Hombu das zweite Yudansha Traning des Jahres statt.

Themen, wie Ihr der Ausschreibung entnehmen könnt, sind Jijyu Waza, Randori und Waffenvorbereitung für den 1. und 2. Dan.

Auf der Auschreibung ist eine Stunde Pause angegeben - die ich allerdings gerne auf eine halbe Stunde verkürzen würde, sodass wir - bei gleichbleibendem Ende - etwas mehr Trainingszeit zur Verfügung haben.

Thorsten



Feedback von Tanahashi sensei

Tanahashi sensei hat mir direkt nach seiner Ankunft in die Staaten geschrieben:
Dear Thorsten Sensei,
It was wonderful to meet you and thank you so much for your extraordinary hospitality. I fully enjoyed my interaction with your students and friends around the topic of O'Sensei and peace. Thank you for your warm message via Regina. Please find attached laws of joyful living and de-aging. Please share them with your students and friends if you find them useful. Love from Madison, Wisconsin, Kaz


Hier sind die Texte, die er mir geschickt hat. Das sind wunderbare Richtlinien für ein gutes Leben. 


Ten Laws on the Art of Joyful Living

1.  Your happiness is more important than anything else.
2.  The happier you are, the more you can help others.
3.  Smiling makes you happy.
4.  The more relaxed you are, the happier you are.
5.  A moment of meditation can help you refresh yourself.
6.  The lower your expectations are, the happier you are.
7.  Happiness attracts happiness.
8.  The ultimate healing is to live joyfully at each moment.
9.  The more fully you face your own death, the more joyous you become.
10. You can always improve your art of joyful living.


Seven Laws of De-aging

1. You age but also de-age.
2. You age and de-age at the same time.
3. You age quickly by overwork, overstress, negative emotions, eating fast food, reliance on substances, and the lack of de-aging activities.
4. You de-age by slowing down and having good medical care, a healthy diet, exercise, a relaxed lifestyle, excitement in life, love, positive emotions, spending time with friends, enjoying silence, actively facing your own death, and maintaining youthful thinking.
5. At each moment you have a choice of aging or de-aging.
6. There is a limit for de-aging, but there is no limit for increasing your positive lifespan. [positive lifespan = time x joy density]
7. You can always improve the art of de-aging.

Ich finde, wir sollten darüber gemeinsam nachdenken - in den Sätzen von Sensei steckt eine Leichtigkeit, die keine Oberflächlichkeit ist. Es ist eine Helligkeit, die das Dunkle verarbeitet hat. Es deutet die höchste Stufe des kriegerischen Weges an (Budo), wo der ganze Streit unseres Daseins in universeller Liebe verschmilzt.

Ich bin mir sicher, dass durch O Sensei in diesem jugendlichen Tanahashi - der uns jetzt als 78Jähriger Meister begegnet - etwas "gepflanzt" wurde (SEI). Dabei ist es unerheblich, wer oder was die Funktion des Reiskorns (SEI) übernimmt. Jede "Konstellation" kann uns ein weiteres Tor öffnen, wenn wir dazu bereit sind. Die universalen (Natur)Prinzipen, die O Sensei sprichwörtlich ergriffen haben, gelten auch für uns.

Thorsten Schoo

Lehrreicher Abend mit Kazuaki Tanahashi Sensei

Wir hatten einen wunderschönen Abend mit einem außergewöhnlichen Sensei, Kazuaki Tanahashi.

Weltbekannter japanischer Kalligraphie Meister, Autor, Dichter, Übersetzer, Friedensaktivist - und zu guter Letzt auch noch direkter Schüler von O Sensei in den Jahren 1947-1948!

Was er über diese Zeit zu berichten weiß, berührt uns als Aikidoka natürlich besonders. Darüber an dieser Stelle mehr. Wir müssen das erst einmal verdauen.

Ich möchte aber, neben ein paar Fotos (Ausschnitte aus seinem Vortrag folgen später) hier eine Email von Regina Oberndorfer, der Leiterin des Dogen Zendo in Frankfurt, wiedergeben.

Lieber Thorsten,

ich möchte Dir von Kaz ausrichten, dass ihm der Abend gestern bei Euch im Dojo ausnehmend gut gefallen hat. Ganz begeistert war er über die vielen interessierten Beiträge und Fragen. Er schätzt Eure aufrichtig übenden Teilnehmer sehr. Wahrscheinlich meldet er sich persönlich noch mal bei Dir. Er meinte auch, dass er gerne noch ein anderes Thema vortragen könnte, falls Ihr den Wunsch danach verspürt und irgendein Anliegen hättet.


Haben wir ...


Fotogeschenke aus Japan

Diese letzten Fotos aus Japan habe ich vom Shiseikan geschenkt bekommen. Eine nette Geste!

Thorsten und Stephanos (Athen) am Strand von Kashima














Die leaders group vor einem ganz besonderen Tori im Kashima Jingu
Inaba sensei prüft Thorsten's Kesa

















































Thorsten Schoo - Kesa giri


Lehrgang mit Philippe Orban Juni 2012

Wir hatten einen sehr schönen Lehrgang Aikido und Kenjutsu mit Philippe Orban, 6. Dan aus Leipzig.

Atmung - die richtige Haltung - und Enstpannung: das waren die drei Prinzipien, mit denen Philippe im SEISHINKAI gearbeitet hat.

Es ist gut zu sehen, wie jemand wie Philippe Orban und Thorsten Schoo - die in ihrem Budo zwei wichtige Einflussgrößen teilen, nämlich Christian Tissier und Inaba Minoru - nach mehr als 10 Jahren eigener Recherche kreativ in die gleiche Richtung konvergieren: Takemusu Aiki.

Die Zusammenarbeit wird fortgesetzt!

Urkunden

Die neuen Kyu-Urkunden und Mon-Urkunden sind da! Ning Wang der Künster, welcher auch die Dan-Urkunden entworfen hat) hat wieder ganze Arbeit geleistet.

Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Wang.

Thorsten in Japan - Schlussbericht

Die letzten Tage waren wir viel unterwegs, ich konnte den Bericht nicht regelmäßig fortführen. Hier sieht man den brandneuen A 380, mit dem wir am Donnerstag Morgen von Narita zurückgeflogen sind. Es passen mehr als 500 Leute rein, ein tolles Flugzeug: es ist viel leiser als eine 747, und es fliegt auch ruhiger.

Was ist bis dahin noch passiert? Am Dienstag früh waren wir im Gokyuda Art museum am Fusse des Mitakebergs, auf dessen höchsten Punkt der Mitake Schrein gebaut ist, den wir an diesem Tag auch besucht haben.
Ein sehr schönes Museum mit tollen Tuschezeichnungen aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Im Garten des Museums gibt es diesen wunderschönen Zengarten, der mit einfachen Mitteln Größe und Erhabenheit vermittelt. In diesem Garten liegt auch das Atelier eines berühmten Malers, der hier mit seiner Frau gelebt hat (Namen habe ich vergessen).

Nachmittags erreichen wir auf sehr kleinen Straßen die Bergbahnstation, die uns auf den Mitakeberg hinaufführen wird. Der Plan ist ja, sich den Mitakeschrein dort oben anzuschauen, und im angrenzenden Hotel (das vom dortigen Priester höchst persönlich geführt wird) zu übernachten.

Der Blick auf die Berge, während unseres Fussmarsches zum Schrein (etwa 45 min Gehweg).


Mittagessen im Hotel.

Mit Pascal Durchon und den zwei Schülern von Anita Köhler (Patrick und Tilmann) in diesem Zimmer. Die Fenster öffneten nach draußen in einen Bambusmischwald, wir hatten sie die ganze Nacht offen. Es hat beständig geregnet. Schwere, beruhigende Tropfen. Ich habe unglaublich gut geschlafen.

Am nächsten Morgen verließen wir das Hotel um 6 Uhr, um in einem etwa 1stündigen Fußmarsch einen besonderen Wasserfall zu erreichen, wo die Trainingsgruppe eine gemeinsame Misogipraxis (Reiningungsritual) abzuhalten.

Tori fune (symbolisches Rudern) so laut, dass es im Tal widerhallt, Anrufen der Götter, Furitama (Schütteln der Energie im Hara) und schließlich das eiskalte Wasser des Wasserfalls .... - eine Situation,  einerseits sehr persönlich, andererseits schweißt sie alle Beteiligten eng zusammen.

Nach langem Fussmarsch zurück und einem leckeren Frühstück fuhren wir zurück nach Tokio, mit einem Abstecher in eine alte Sakemanufaktur, wo es auch noch ein Mittagessen gab.

Offizielle Verabschiedung nachmittags, Urkunden und schließlich ein vorzügliches Abendessen bei dem Chinesen in Harajuku, wo wir auch schon bei dem ersten Leaders Seminar in 2009 waren.

Die Reden jedes einzelnen Teilnehmers, schließlich auch von Araya Kancho und von Inaba Sensei verdichten dieses Seminar noch einmal intensiv. Jeder arbeitet "in einer anderen Ecke" des Seins, sozusagen. - Wir verabschieden uns mit großer Herzlichkeit, Verständnis und auch Bescheidenheit. 

Ich freue mich auf dem Weg zurück ins dormitory aber auch auf den langen Flug zurück nach Hause, wo ich mindestens 4 Spielfilme schauen werde.