Frohe Ostern!

Der SEISHINKAI ist an über Ostern geschlossen, d.h. die Trainings am Freitag, Sonntag und am Montag fallen aus. - Der Osterlehrgang mit Thorsten Schoo und Pascal Durchon muss aus familiären Gründen leider ausfallen.

Wir wünschen frohe Osterfeiertage!

Technikprogramme auf seishinkai.org veröffentlicht

Ab jetzt gibt es das ganze Examensprogramm 6. Kyu bis 4. Dan auf der Verbandsseite auch zum downloaden!

Selbstverständlich auch die Antragsformulare dazu (bitte vor den Passagen ausfüllen), die Mirjam freundlicherweise mit dem Logo etwas aufgehübscht hat.

Von der Geburt der Technik

Bericht über den Lehrgang mit Aoki Hisashi Sensei im Februar 2012,  von Mirjam Fischer

Ende Februar diesen Jahres hatte wir im Hombu-Dojo in Frankfurt das Glück auf Thorsten Schoos Einladung hin, Aoki Hisashi Sensei, einen direkten Schüler von Inaba Minoru-Sensei aus dem Shiseikan, bei uns als Seminarleiter für einen sehr intensiven Schwert- und Aikido-Lehrgang zu Gast zu haben. Es war: Überwältigend. 

Schwierig zu beschreiben, was den Lehrgang so intensiv gemacht hat. Was ich auf Anhieb angenehm fand, war mit Aoki-Sensei einem dem traditionellen Budo stark verbundenen Japaner zu begegnen, der in seinem persönlichen Auftreten erfrischend bescheiden und bodenständig ist. Mit unverstellter Hingabe hat Aoki-Sensei uns seine Art zu  unterrichten, seine Gedanken und seinen Zugang zu Schwert und Aikido angeboten. 

Sein Ansatz kommt sehr stark von der intuitiven Seite. Wichtig sind von Anfang an die Arbeit aus dem Hara, die Bewegung in einem Zug, die volle Entfaltung allen Vermögens in dem einen entscheidenden Moment. Es gibt keine Lücke und auch keinen Widerstand. Der Übende lernt, seine ganze Energie im Zentrum zu versammeln und sich zugleich von allen Blockaden im restlichen Körper zu befreien, so dass er in dem einen Moment der Begegnung ungehindert seine ganze Energie in einer kurzen Entladung einsetzen kann.
 
Besonders prägend war für mich im Nachhinein überraschenderweise Aoki-Senseis häufige Erwähnung der Geburt der Technik. Sein Unterricht begann zumeist mit Übungen, die ausschließlich dazu dienten, das Hara zu stärken. Von dort ausgehend haben wir mit nur wenigen Bemerkungen zu technischen Details unsere körperlichen Möglichkeiten, die Natur der Bewegungen und ihre Folgen erkundet. Dadurch ergaben sich während des Übens ganz grundlegende, klare Fragestellungen. Habe ich das Kraftzentrum im Hara aktiviert, meine Gliedmaßen von überflüssiger Anspannung geleert, gibt es keine Blockaden in den Gelenken? Wenn ich so bewege, was ergibt sich? 

Im Aikido haben sich in der Folge ganz schlichte "Lösungen" ergeben. Es ging kaum um die Nachahmung einer vorgegebenen Form. Es wurde wenig darauf geachtet, ob die äußere Form des Ergebnisses schön, für den Partner schützend oder womöglich sogar angenehm ist. Aoki Sensei hat im Gegenteil sogar hervorgehoben, dass es nicht um die Schönheit der Bewegung sondern um ihre Wirksamkeit geht. Die gemeinsame Bewegung wird in diesem Moment tatsächlich Resultat der Begegnung der beiden, wie zuvor beschrieben, vorbereiteten Körper (gefülltes Tanden, leere, frei verfügbare Extremitäten). Dies ist der Geburt der Technik. Sie entsteht im Ideal spontan, aus der geschulten Intuition. 

Ein weiteres wichtiges Motiv in Aoki-Senseis Unterricht war die Spirale. Sie kam insbesondere im Schwertunterricht zur Sprache. So ist das vermeintlich ruhig gehaltene Schwert tatsächlich immer in einer leicht kreisenden Bewegung. Selbstverständlich geht diese Bewegung nicht von den Händen aus, sondern von der Körpermitte. Dies ist möglich, wenn die Schultern durchlässig, die Arme entspannt und der Griff der Hände leicht und neutral ist. Auch bleibt die Spirale nicht in der Körpermitte stecken, sondern sie erstreckt sich weiter in die Füße. Die Füße, die übrigens ansonsten ganz leicht sind, dem Kenjutsuka vollkommen zur Verfügung stehen. Hierzu haben wir unter anderem eine sehr lustige Übung gemacht, bei der wir aufgefordert waren, die Füße mehrmals in ihrer Schrittstellung zu wechseln ohne zu hüpfen. Schwierig wurde diese Übung besonders in dem Moment, wo gefordert wurde, mehr als zwei Schrittwechsel auf einmal durchzuführen. Aoki-Sensei hat diese Wechsel so schnell und geschmeidig ausgeführt, dass wir alle nicht folgen konnten.  Mit diesen sehr schnellen, beweglichen Füßen und dem vermeintlich ruhigen, in der Spirale aktiven Schwert, wird vorstellbar, wie der geübte Schwertkämpfer permanent für jede mögliche Bewegung frei ist. Wie in jedem Moment eine neue Technik geboren werden kann!

Einen Ausblick darauf haben wir tatsächlich auch im Kata-Training erhalten, da sich Aoki-Sensei freundlicherweise darauf eingelassen hat, uns alle 5 Schwertserien aus seiner Sicht vorzustellen, so dass wir sogar einen recht praktischen Ausblick auf Kassen (die 5. Serie des Kashima no tachi) erhalten haben. Besonders einprägsam, gerade in Bezug auf den Gedanken der Geburt der Technik, fand ich Aokis sehr bildliche Darstellung von Kassen als der Kata, die auf das Schlachtfeld vorbereitet. Auf dem Schlachtfeld darf der Kämpfer sich nicht mehr auf die Begegnung Eins zu Eins einlassen, sondern in der Begegnung ist die Entscheidung schon gefällt, die Bewegung schon ausgeführt, die Begegnung beendet, die neue Begegnung eingeleitet. Dies ist sehr schwierig. Obwohl die körperliche Ausführungen der zur Kata gehörigen Bewegungsabfolgen nicht übermäßig fordernd ist, ist es sehr schwierig, sie in der richtigen geistigen Verfassung auszuführen, denn man muss für ihr Gelingen vollkommen gelassen und entspannt sein.

In Erinnerung an Aoki-Senseis Übungen wird mir bewusst, wie sehr diese Übungen in ihrer Schlichtheit zugleich Übungen für den Geist sind, da sie eine hohe Konzentration und zugleich eine große Entspanntheit abverlangen. So darf man bei stetiger Übung hoffen, dass sich das Körperliche hier auch fördernd auf den Geist auswirkt.

Während das Taijutsu wenig formal geübt und angeleitet wurde, wurde das Schwert sehr streng unterrichtet. Wie üblich, wurden einige Fortgeschrittene eingeteilt, die neben Aoki-Sensei während des gesamten Seminars für alle anderen Teilnehmer Ukemi gegeben haben. Der ganz besondere Moment war es natürlich Aoki-Senseis Ukemi zu empfangen. Hier gab es neben intensiver Schulung auch eine deutliche Begegnung der Kulturen, denn es kann leicht passieren, dass man einen Gutteil der Übung von ihm angebrüllt wird. Ich hatte das in der Dordogne und in Heidelberg bei Inaba-Senseis Lehrgängen schon gesehen, aber es bis dahin noch nicht selbst erlebt. Nach der Begegnung "im Feuer" habe ich den Eindruck, dass dieses Anschreien etwas ist, dass kulturell in Japan anscheinend völlig anders bewertet wird als in Europa – zumindest im Budo. Selbstverständlich löst das Angeschrien-Werden immer einen gewissen Stress aus. Ich konnte währenddessen jedoch genau sehen, wie viel Aoki-Sensei daran lag, dass ich die Bewegung, um die es ging, richtig mache. Ich sah keinen Zorn in seinen Augen, sondern nur das unbedingte Interesse, dass die Bewegung klappen soll. Kaum war eine Bewegung/Haltung erreicht, die seinen Vorstellungen annähernd entsprach, wurde er erfreut und weich. Die Kata wurde dann weiter geführt. Nur um im nächsten Moment des Ungenügens wieder in Schreien zu münden. Dieses Erlebnis lässt sich schwer beschreiben, denn diese Begegnung bleibt trotz allem eine Art Feuertaufe, wann immer sie stattfindet, und das soll sie sicherlich auch sein. Nichtsdestotrotz ist dies eine ganz andere Begegnung als wenn man von jemanden angeschrien wird, der tatsächlich ungeduldig und voller Zorn ist und das Persönliche mit dem Notwendigen verwechselt.

Ich bin sehr dankbar für diese einmalige Begegnung und Erfahrung und hoffe, dass sie nicht einmalig bleibt.

Kodex, erster Vergleich

Shotokan Karate bedeutet wörtlich Shoto "Rauschen in den Kiefern" und Kan "Haus", Karate "leere Hand".

Der Begründer des Shotokan, Gichin Funakoshi, schreibt: "Das höchste Ziel des Karate ist nich der Sieg oder die Niederlage, sondern die Perfektion des menschlischen Charakters."

Dies zeigt die starke kulturelle Ausrichtung, die dieses Bugei ("Technikkanon") hat. Der Kodex und die Kultur des Karate wird in den "20 Regeln" klar definiert, die auf dem alten Kriegerkodex Bushido ebenso basieren wie auf der Zen-Philosophie. Davon die wichtigsten:

  • Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt.
  • Im Karate gibt es keinen ersten Angriff.
  • Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik.
  • Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen.
  • Lerne deinen Geist zu kontrollieren, und befreie ihn dann.
  • Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert.

Wenn wir "Karate" durch "Aikido" ersetzen, könnten wir eigentlich zufrieden sein! Dies gilt genauso für andere, in sich komplette Systeme. Die Metapher des Berges,  den wir gemeinsam - wohl auf verschiedenen Wegen - erklimmen, kann auch hier wieder angeführt werden:

Verwechsele nicht den realen Berg - deine höchsten Ziele - mit dem Weg, der dich dorthin führen soll!

Begebe dich nicht in die dumme Auseinandersetzung darüber, welcher Weg am besten oder schneller zum Ziel führt. Denn wenn du nicht bereit bist, führt kein einziger Weg zum Ziel! Stattdessen wenn du bereit bist, führt auch ein "glanzloser" Weg zum Ziel.

Dies erinnert mich an ein Wort, das  Inaba Minoru Sensei einmal sagte: "Als erstes musst du dir darüber klar werden, wo du eigentich hin willst. Wenn du das Ziel ungefähr vor Augen hast, überprüfe deine Techniken ganz ehrlich, ob sie dir auf dem Weg hilfreich sind."

Meiner Ansicht nach sind wir oft schon den Großteil des Weges gegangen, wenn wir uns in dieser Schärfe über unsere Ziele klar geworden sind! Bis zu dieser Stufe ist es ungeheuer wichtig, regelmäßig ein klares Keiko (körperliches Training) zu haben, damit der Boden für die richtigen Fragen bereitet werden kann.

Thorsten SCHOO

Neue Verbandsseite

Die neue Verbandsseite ist fertig geworden. An der Erstellung der Grundstruktur wie auch an der Redaktion der meisten Texte waren viele Leute beteiligt, sodass man wohl von einer Gemeinschaftsarbeit sprechen kann!

Dadurch hat alles etwas länger gedauert, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Bisher hat die Hombu-Seite ja versucht, die für alle interessanten Informationen mit zu transportieren. Dies ist mittlerweile zu komplex geworden. Auch wenn Frankfurt sich bemüht, "am Ball zu bleiben", was in den einzelnen Dojos und Gruppen vor sich geht, kriegen wir dann ja doch wenig mit. Wahscheinlich geht es den anderen genauso.

Mit der neuen Verbandsseite haben wir eine - wie wir glauben - für die jetzige Situation sehr gute Kommunikationsplattform: Feststehende Texte und Downloads für den Trainingsgebrauch und eine Rubrik News und Projekte, die laufend aktualisiert werden.

Von jeder Trainingsgemeinschaft und jedem Dojo gibt es mindestens eine Person, die als Autor Zugang zur Webseite hat und in den News Dinge posten kann, die Ihr mit der Gruppe teilen wollt. Wenn Ihr schöne Fotos habt oder längere Beiträge für Projekte, Texte oder Videos, schickt diese bitte an Thorsten, der sie dann einarbeitet.

Dies ist erst der Anfang, aber die Seite steht. Geplant sind z.B. auch die vollständige Veröffentlichung der Passagentechniken 6. Kyu bis 4. Dan, sowie auch Kurzclips zu den Formen - aber das wird ein längerer Prozess werden ...

Die Seite könnt Ihr - wie auch die Hombuseite - als RSS-feed abonnieren (wird noch eingebaut). Auf diese Weise wird man automatisch per Email benachrichtigt, wenn sich was getan hat.

Kung-Fu Seminar im Dojo

Ich möchte Euch daran erinnern, dass am Wochenende Samstag, der 10. März bis Sonntag, den 11. März im SEISHINKAI ein privates Kung-Fu Seminar stattfindet. Es übernachten auch einige Teilnehmer im Dojo. Verantwortlich für die Durchführung ist Fabio Tozzi, der vor dem Lehrgang von mir instruiert wird.

Das normale Training am Sonntag ist von diesem Lehrgang nicht betroffen.

Yves's Tagebuch Aikido-AG

in der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Hören
am Sommerhoffpark in  Frankfurt

29.02.2012

Ich ging ins Hauptgebäude der Schule, um die angemeldeten Kinder für meine AIKIDO-AG einzusammeln. Die AG besteht aus 12 Kindern (leider limitiert durch die räumlichen Gegebenheiten) sowie einer Praktikantin und einer Bundesfreiwilligendienstleistende.

Wir mussten unseren klapprigen Mattentransportwagen gegen einen stabileren tauschen - der allerdings mit schweren Metalltischen besetzt war. Anpacken war also angesagt – mal sehen wer sich drückt und wer die Aktion mit durchzieht, ohne zu murren und angetrieben zu werden.

Dann noch alle Mann sich umziehen, Sportklamotten an und ab mit unserem neuen Mattenwagen inkl. Matten zum Gebäude B, in unseren umfunktionierten Trainingsraum - unserem DOJO. Dort angekommen noch einmal alle mit anpacken und Tische und Stühle beiseite räumen, um Platz zu schaffen für unsere Matten, die wir gemeinsam nun im Raum verteilten.

Begonnen haben wir mit einer Runde zum Kennenlernen. Dazu kamen die Kinder einzeln nach vorn und schrieben Ihre Namen auf die Tafel und sollten mir eine Sache sagen, die Sie gerne mögen (damit ich mir ein anfängliches Bild von der Persönlichkeit machen und mir die Namen besser merken kann).

Um etwas Theorie und ein paar anfängliche Regeln kommen wir nicht herum:

-  Was ist ein DOJO (unser DOJO)?
-  barfuß und mit einer Verbeugung die Matten betreten
-  im Seiza sitzen und die entsprechende Haltung
-  Anfangsritual (angrüßen) – verbeugen und in die Hände klatschen

Für den Anfang ist das genug, wir werden in den nächsten Stunden weitere Regeln erarbeiten und die Rituale ausfeilen!
Dann habe ich erst mal den Unterschied zwischen AIKIDO und anderen Kampfkünsten erklärt. Warum haben wir keine Schlagtechniken, warum gibt es keinen Verlierer im AIKIDO und wofür soll das gut sein? Wie werden wir so zu besseren Menschen und kommen zu Frieden.

Zwei Rollen sind im AIKIDO zu üben:
-  Wer oder was ist TORI -> der Werfende -> derjenige, der die Technik ausführt und noch mehr …
-  Wer oder was ist UKE -> der Angreifer -> der Geworfene oder derjenige, der gehebelt wird und
    noch mehr …

Praktische Arbeit:
-  Mae Ukemi aus verschiedenen Höhen (im Knien, im Stehen mit Händen auf der Matte und
   aus dem Stehen direkt)
-  Ushiro Ukemi aus verschiedenen Höhen (aus dem Sitzen, evtl. mit Hilfestellung am Arm,
   im Knien, im Stand und schließlich mit Rückwärts laufen )

Ruckizucki war die Zeit um, schnell mussten wir gemeinsam die Matten wieder abbauen und die Tische und Stühle an den alten Platz rücken.


Ziele:

-  Erlerntes wiederholen, um es zu vertiefen und zu verbessern
-  Rituale verfeinern und erweitern
-  Gebärdensprache mehr in den Trainingsablauf integrieren



Eindruck:

Den Kindern hat es Spaß gemacht, sie waren aufmerksam und motiviert!

Die begleitende Lehrerin war begeistert, hat mir gesagt, dass ich gut und verständlich über meine Gestik und Mimik anleiten kann und der Rest wurde gut verstanden, da meine Aussprache deutlich und langsam genug sei und somit gut von den Lippen gelesen werden konnte.

Die Praktikantin und die Bundesfreiwilligendienstleistende fanden es ebenfalls toll und wollen beim nächsten Mal auch aktiv mit üben ;-)