In Japan 3

Heute morgen sehr früh mit dem Bus von Tokio in die Präfektur Ibaraki gefahren, um den Kashima Schrein zu besuchen und dort auch zu trainieren. Das klingt wie eine Touristenfahrt - ist es aber in erster Linie nicht.








Im Animismus des Shinto gibt es zwei für die Kampfkunst wesentliche Kräfte. Die eine ist Aramitama, die andere ist Nigimitama. Nigimitama ist die Kraft, die uns freundlich, milde und beschützend stimmt - Aramitama ist die wilde Kraft, die uns kämpfen lässt. Aramitama ist aber auch die Kraft des Neuanfangs, der Geburt.




Kashima ist Aramitama gewidmet. - Da die gemeinschaftlichen Projektionen des Kashima shin ryu dies sehr unterstützen, ist Aramitama auch deutlich da. Ich habe dies jedenfalls stärker gespürt als bei meinem ersten Besuch.




Inaba Sensei's Training war dementsprechend auch sehr hart, zornig, verbrennend, ein Vorgeschmack auf die Gottheit, mit dem Hinweis, dass wir an diesem Ort nicht oberflächlich sein sollten - heißt ja sicher für jeden was anderes.





Nach dem Training im alten Holzdojo gings zu einem köstlichen Mittagessen, direkt an der berühmten Quelle im Schrein gelegen (sehr lecker) - dann sind wir durch engen Wege zum inneren Kashima Shrine gelaufen (wunderbare alte Bäume). Aoki sensei und Hashimoto sensei haben dort zwei schöne Schwertdemonstrationen dargeboten.

Anschließend fuhren wir mit dem Bus zum Strand (nur 10 min), um dort jeder ungefähr 1000 Hiebe in die Unendlichkeit des  Pazifischen Ozeans zu setzen (ich bestimmt mehr). Den Atem des Meeres spüren, hören lernen und dann damit in Kihon tachi. Klingt ein bisschen spacig, war aber sehr real und kraftvoll!

Während der 2 h Rückfahrt nach Hause wurden wir gebeten, unsere Eindrücke in kurzen Sätzen zum besten zu geben. Ich hatte eine merkwürdige, unpersönliche Stimmung, die ich Inaba versucht habe, in einem englischen, Haiku-artigen wieder zu geben (nicht öffentlich vorgetragen, zum Glück):

These old trees
Undefeatable spirit
The sound of the sea
Sensei's cut
Still have fear 
And sand between my toes

Na ja, Englisch ist ja nicht mein Muttersprache :-) Auf jeden Fall hat Inaba mehr verstanden von meiner Situation als wenn ich lange geredet hätte.
Jetzt, wieder zu Hause (im dormitory) habe ich richtig etwas Zeit, den Tag zusammenzufassen. Gehe jetzt noch aus und etwas essen.

Viel Spass ihr zu Hause!