Scholarship Deutschland-Norwegen


Ab 2013 wird der Frankfurt SEISHINKAI mit dem Hadeland Aikidointernat einen kulturellen Austausch durchführen.Thorsten schickt einen fortgeschrittenen Schüler nach Norwegen, und Dimitris schickt einen oder zwei der Begabtesten im Jahr nach Deutschland.

Einen Einblick in die Arbeit von Dimitris Farmakidis bekommt Ihr auf der norwegischen Webseite

Weitere Infos auf der Verbandsseite SEISHINKAI AIKIDO DEUTSCHLAND.

Jo-Jutsu von Thorsten Schoo, von Joerg Hauser

Ich selbst lerne seit 13 Jahren Aikido (im Stil von Meister Hirokazu Kobayashi). Bisher habe ich mich daher lediglich mit Aikijo befasst und dies war also mein erster Jo-Jutsu-Lehrgang.

Thorsten hat mir auf eine interessante Art und Weise neue Perspektiven mit dem Jo vermittelt, die ich so im Aikijo bisher nie gesehen hatte.

Ich hatte den Eindruck, dass sowohl für Anfaenger als auch Geübte Aikidoka etwas dabei war, das sie mit nach Hause nehmen konnten. Und ich nehme den Mund bestimmt nicht zu voll wenn ich behaupte, dass selbst Bruder Tuck seine Freude gehabt hätte.

In meinem Fall gab ich dies sofort, in meinen darauf folgenden Trainings, an unsere Anfänger und Fortgeschrittenen weiter, wobei ich bei allen das selbe Leuchten in den Augen erkannte, das man auf der Frankfurter Matte bei mir bestimmt auch sehen konnte.

Bis zum nächsten Mal,

Joerg Hauser.

Ken-Jutsu mit Thorsten Schoo, von Mirjam Fischer

Neben all den wichtigen Aspekten des Kenjutsu, die Thorsten für uns auf dem Schwertlehrgang im Hombu letzten Samstag wieder aufgegriffen und trainierbar gemacht hat, war für mich persönlich "Aus der Schwäche eine Stärke machen" besonders wichtig. 
 
Es ist eine Wiederbegegnung mit einem Thema, das ich schon fast vergessen hatte. Meine Motivation, mit dem Aikido zu beginnen, war nämlich damals der Wunsch, aus meiner Schwäche Stärke zu machen. In einem fortgeschritteneren Stadium meines Übens werde ich jetzt wieder an dieses Anfangsthema erinnert. 

Ich wünsche mir heute, das Thema bewusster in den Alltag zu nehmen und zu erkennen, welche Stärken in meinen vermeintlichen Schwächen verborgen sind. Das ist mir im Zusammenhang mit Kyo Dachi Kote Giri besonders deutlich geworden. Schwäche ist nichts Absolutes, sie ist relativ zur Situation. Wenn sich der Blick und die Wahrnehmung weiten, relativiert sich auch die zugegeben große Gefahr durch einen starken Gegner. Also gelassen bleiben und die Mitte halten!

Ich war von Thorsten beim Shitachi darauf vorbereitet worden, sein Uchitachi im Ansatz zu ersticken, wenn er auch nur den geringsten Fehler bei seinem zweiten Angriff machen würde (Angriff zum Arm/Handgelenk nach Kiri musubi). Ich hatte meinen Atem beruhigt und vertieft, die Schultern entspannt, das Hara gefüllt usw. -  und sollte nur auf Thorstens Unsauberkeiten achten und seinen Angriff im Ansatz unterbinden. Selbstverständlich würden auch sehr gute Angriffe dazwischen sein! Also im richtigen Moment die Füße so verlagern, die Hüfte so bewegen, dass sein Schwert ins Leere schneiden würde ... 

Es war noch immer das vollkommene Glücksspiel für mich. Mein Blick ist noch nicht genügend geschult, mein Geist noch nicht gelassen genug, um das sehen zu können, geschweige denn den Körper rechtzeitig folgen zu lassen. Die Unsicherheit darüber hat mich immer wieder ins Wackeln kommen lassen, was das Timing verdirbt, und dem erfahreneren Gegenüber den sofortigen "Sieg" bringt. 

In diesem "Misserfolg" ist mir aber klar geworden, wie sehr es vom eigenen Blick auf die Bedingungen abhängt, was man aus der Situation macht. Manchmal ist es mir eben gelungen, die Aufmerksamkeit groß zu halten und gleichzeitig zentriert zu bleiben. Dann konnte ich das Feuer im Ansatz ersticken!

Schwäche und Stärke liegen wirklich nah beieinander. Es braucht oft keine große Arbeit, sondern nur eine Verschiebung der Aufmerksamkeit, um das zu realisieren. Mein Training wird mich dorthin führen.

Mut zur Verbeugung

Im Aikido-Dojo gibt es die Konvention sich zu verbeugen. Bei allen möglichen Anlässen: Vor dem Betreten der Matte, vor und nach der Stunde, vor und nach jeder Übung, nach einer Korrektur durch den Trainer /Lehrer. Vielleicht auch im Verlauf einer schwierigen Begegnung...
Manchmal fällt einem das Verbeugen schwer. Warum soll ich mich vor diesem Partner verbeugen? Er/sie hat weniger Erfahrung/Ahnung/Talent als ich, hat mich gerade verärgert, mir weh getan. Oder man ist einfach schon so müde, mit den Gedanken noch bei den Besonderheiten einer Technik, oder geistig schon von der Matte gegangen...
Ansprechend und absolut versöhnend finde ich zu diesem Thema folgenden Auszug aus Jack Kornfields Buch "Nach der Erleuchtung Wäsche waschen...".

Es fiel mir schwer, diesen Mitbewohnern […einem alten ungepflegten Reisbauern […], der vor einem Vierteljahr im Zuge der Ruhestandsregelung für Bauern ins Kloster gekommen war, ständig Betelnuss kaute und noch nie in seinem Leben meditiert hatte] in der Waldeseinsamkeit Respekt zu zollen, als wären sie große Meister. Trotzdem verbeugte ich mich weiter, während ich in meiner Not nach einer Lösung suchte. Und als ich mich wieder auf einen Tag voller Verbeugungen vor meinen "Älteren" gefasst machte, kam ich schließlich auf die Idee, meine Verbeugung einem würdigen Aspekt des Betreffenden zu widmen. Ich verbeugte mich vor den Lachfalten des alten Bauern dafür, dass er all die Schwierigkeiten durchgestanden hatte, denen er in seinem Leben begegnet war. Ich verbeugte mich vor der Lebensfreude und Tatkraft der jungen Mönche, vor den unglaublichen Chancen, die das Leben noch für sie bereit hielt.
Mir begann das Verbeugen Spass zu machen. Ich verbeugte mich vor meinen "Älteren". Ich verbeugte mich beim Betreten und Verlassen der Meditationshalle, ich verbeugte mich, bevor ich in meine Waldklause ging, und vor der Quelle, bevor ich ein Bad nahm. Bald hatte ich mich an das Verbeugen richtig gewöhnt - es war mir zur zweiten Natur geworden. Was immer sich bewegte, ich verbeugte mich davor.
[…] Die wahren Aufgaben des spirituellen Lebens liegen nicht in weiter Ferne und sind auch nicht in außergewöhnlichen Bewusstseinszuständen zu finden: sie warten hier und jetzt auf uns. Man muss dem Leben, so wie es ist, auf kluge, achtsame und freundliche Art begegnen. Alles verdient diese Art Verbeugung, Schönheit und Leiden, Verstrickung und Verwirrung, Ängste und weltliche Ungerechtigkeit.
Wenn man der Wahrheit derart aufrichtig begegnet, dann ist man auf dem Weg zur Freiheit. Es ist nicht unbedingt leicht, sich statt vor Idealen vor dem zu verbeugen, was ist, aber ungeachtet dessen ist es eine der nützlichsten und würdigsten Übungen überhaupt."

Die Lektüre dieses Abschnitts hat mich in diesem Moment sehr friedlich gestimmt. Ich finde, es wird sehr deutlich, was wir im Aikido eigentlich machen. Was wir erreichen können, wenn wir unserer Übung folgen, wenn wir geerdet bleiben, im Alltag und auf der Matte. Uns fällt es dann leichter, uns und unsere Umwelt so anzunehmen, wie wir gerade sind.

Mirjam

Baba Yaga

Baba Yaga ist eine alte Frau mit einem wilden hexenähnlichen Gesicht, die in ihrem Kessel rührt und alles weiß. Sie lebt mitten im Wald. Wer sie finden will, bekommt es mit der Angst zu tun, denn dazu muss man sich mit dem Dunkeln auseinander setzen, gefährliche Fragen stellen und die erquickliche Welt der Logik verlassen.

Als der erste junge Sucher bei ihrer Hütte ankommt und zitternd an die Tür klopft, fragt Baba Yaga: "Bist du aus eigenem Antrieb hier, oder hat dich jemand geschickt?" Der junge Mann, der von seiner Familie zur Suche ermutigt wurde, antwortet: "Mein Vater hat mich geschickt." Baba Yaga wirft ihn prompt in den Kessel und kocht ihn.  

Als Nächstes findet schließlich ein junges Mädchen in die Hütte, weil es das Feuer qualmen sieht und Baba Yaga lauthals lachen hört. Wieder fragt Baba Yaga: "Bist du aus eigenem Antrieb hier oder hat dich jemand geschickt?" Die junge Frau war aus reiner Neugier in den Wald gegangen. "Ich bin aus eigenem Antrieb hier", antwortet sie. Baba Yaga wirft sie in den Kessel und kocht auch sie.

Als Drittes gerät wieder eine junge Frau tief in den Wald und findet sich vor der Hütte Baba Yagas ein. Als sie den Rauch sieht, weiß sie um die Gefahr. Baba Yaga fragt sie: "Bist du aus eigenem Antrieb hier oder hat dich jemand geschickt?" Die junge Frau antwortet aufrichtig: "Einerseits bin ich aus eigenem Antrieb da, andererseits aber anderer wegen. Ich bin auch deinetwegen da und wegen des Waldes und wegen etwas, das ich vergessen habe, und teilweise weiß ich überhaupt nicht, warum." Baba Yaga schaut sie kurz an und sagt dann: "Du bist in Ordnung, komm herein."

Eine russische Initiationsgeschichte

Deshis

Aktuell im Ausbildungsprogramm des SEISHINKAI AIKIDO sind

Krystian Semtner-Gralek - Frankfurt
in der Ausbildung zum Aikidolehrer für Erwachsene









Daniela Appel - Frankfurt
in der Ausbildung zur Aikidotrainerin für Kinder









Benedikt Redeker - Frankfurt
in der Ausbildung zum Aikidotrainer für Erwachsene

Paul Menesi - Frankfurt
in der Ausbildung zum Aikidotrainer für Erwachsene









Igor Sementchuk - Frankfurt
in der Ausbildung zum Aikidotrainer für Erwachsene










Karolina Seibold - Frankfurt
in der Ausbildung zur Aikidolehrerin für Erwachsene

Annette Röllig - Offenbach
in der Ausbildung zur Aikidolehrerin für Erwachsene

Hans-Werner Pitsch - Vluyn
in der Ausbildung zum Aikidotrainer für Erwachsene