SEI.SHIN.KAI - von Mirjam Fischer, z.Zt. in Norwegen

Heute bin ich gefragt worden, was der Unterschied sei, zwischen dem Unterrichten an der 
Folkehoyskole und in einem normalen Dojo. Das ist eine gute Gelegenheit, ein wenig auf 
den Unterschied zu sprechen zu kommen, der für mich zwischen dem Trainingsalltag 
im Seishinkai und dem unalltäglichen Alltag und Training hier in Brandbu besteht.

Eines wird sofort ziemlich deutlich. Der Aufenthalt an der Folkehoyskole ist, selbst bei einer 
Dauer von ein, zwei Jahren für alle Betroffenen eine Ausnahmesituation. Die Frage, die 
sich für jeden stellt, der eine gewisse Zeit hier verbringt, ist: Was gelingt mir von all dem  
Wertvollen, das ich hier erhalte, mitzunehmen? Kann ich die hohe Anreicherung mit 
Ideen, Idealen und Potentialen selbst erhalten? Kann ich mich schließlich selber nähren? 
Kann ich das hohe Potential, dem ich begegnet bin, selbst generieren? Letztlich geht es 
während des Aufenthalts in Brandbu neben all dem wertvollen technischen Wissen, das hier 
vermittelt wird, insbesondere um die Entwicklung unseres menschlichen und spirituellen 
Vermögens. Um unser ganz besonderes Potential als kreative und liebende Lebewesen. 
Für mich hat die Schule hier insbesondere wie eine wertvolle Anreicherungsanlage gewirkt,
die zum einen Samen in frischen Boden sät, aber auch Samen, die schon im Boden sind nährt, 
so dass sie keimen. In der Rückschau ging es für mich stark um das Erkennen von wertvollen 
Potentialen in meiner persönlichen Arbeit. Um das Erkennen des wirklichen Werts bestimmter 
Einstellungen und Kenntnisse.

In der Begegnung mit den jungen Erwachsenen hier, die gerade erst in ihre Eigenständigkeit 
starten und, wie man so schön sagt, ihr ganzes Leben noch vor sich haben, ist mir stark 
deutlich geworden, wie wertvoll viele der Kenntnisse und Fähigkeiten sind, die ich inzwischen 
in meinem Leben erworben habe. Ich habe verstärkt erfahren, dass es für mich darum geht, 
im Vertrauen auf die Güte meiner bisherigen Erfahrungen, endlich die Orte und 
Bedingungen zu erkennen, an denen ich meine Potentiale zu meinem Besten und zum Besten 
der mich unmittelbar umgebenden Menschen umsetzen kann. Das schließt meine Weiter-
entwicklung mit ein. 

Ich wünsche mir sehr, dass wir Menschen, die wir im Rahmen des Seishinkai zusammen ge-
funden haben, einen Weg finden werden, eine ähnlich intensive Wirksamkeit zu entfalten, wie 
ich sie nun während meines Aufenthalts an der Folkehoyskole am eigenen Leib erfahren durfte.

Denn im Seishinkai fühle ich mich in einer Gemeinschaft mit seelenverwandten Menschen
Und ich finde wir haben gemeinsam ein hohes Potential positive Wirksamkeit um uns herum 
zu entwickeln. Schön wäre es, wir könnten selbst so einen Generator hervorbringen, der 
die Potentiale in anderen suchenden (zumeist jungen) Menschen weckt, bzw. sichtbar macht, 
und sie zu unterstützen in ihrem Bestreben zu reifen und sich zu stärken. Immerhin tragen 
wir diese Elemente ja schon im Namen: 
SEI - Potential, SHIN - Geist, KAI - Gemeinschaft.