Wow! This blows me away!

Die Begegnungen hier sind unglaublich! Ich komme gar nicht dazu Euch ein bisschen zu berichten, so intensiv sind die letzten vier Tage gewesen. Ich hoffe, es gelingt mir, all das Erfahrene in den nächsten Tagen soweit aufzuarbeiten, dass zumindest Einiges davon erzählbar wird.




Heute nur noch ein wenig Allgemeines.
Ich bin gut angekommen und wohne in einem liebevoll eingerichteten Gästezimmer im ersten Stock des Studentenwohnhauses, mit eigener Teeküche und Bad. An den Wänden hängen, liebevoll eingerahmt, Sprüche von Buddha und vom Dalai Lama. In der Teeküche stehen ein gut ausgestattetes Teetablett und ein Willkommensgruß auf Norwegisch, man wünsche sich, der Gast möge hier die Möglichkeit finden, sich ein wenig zu entspannen. So etwas rührt die müde Reisende.

Schon am Folgetag, beim ersten Training mit Dimitris, gab's das erste Trainingsgeschenk: The Law of  Least Effort. Davon zu einem anderen Zeitpunkt mehr.

Nach einer kurzen Pause hieß es dann schon, das "survival-pack" für Oslo packen und weiter ging's  zum Neujahrslehrgang mit Björn Eirik Olsen, 6. Dan, Shihan in Norwegen.
Dieser Lehrgang war ebenfalls angefüllt mit positiven Überraschungen aller Art. Vieles davon hat erst einmal nur unmittelbaren Wert für mich persönlich. Es gab einige Vorstellungen und Erfahrungen, die auf diesem Lehrgang an den rechten Platz fallen konnten. Darüber lässt sich nicht gut berichten, aber es gab auch einige Stichworte, über die ich gern später noch bloggen möchte. Vielleicht soviel vorweg: Zwar sieht das Aikido, das Björn Eirik Olsen anbietet formal anders aus, als das was wir im Seishinkai trainieren, aber es lebt von den selben Prinzipien, und wenn es gelingt, sich ganz zu öffnen, und sich an den Prinzipien zu orientieren, kann man ganz leicht trainieren, die anders aussehenden Formen auszuführen, bis man die Form verstanden hat. Es war sehr schön dies zu üben.
Auch bin ich im Tenshinkan (dem Osloer Dojo) sehr freundlich aufgenommen worden. Mit manchen Leuten, die ich zuvor auf den zwei Lehrgängen von Thorsten 2011 schon kennen gelernt hatte, war es ein freudiges Wiedersehen. Mit manchen eine schöne und interessante erste Begegnung.
Überhaupt bin ich bisher ganz beeindruckt von all der Freundlichkeit und Offenheit, die mir hier überall entgegen gebracht wird. Auch die Lehrer und Schüler an der HAFOS (Hadeland Folkehoyskole) sind sehr freundlich und offen. In der Begegnung gerade mit den Studenten und einigen der ganz jungen Leute (Schueler) aus Dimitris (externem) Dojo in Brandbu erlebe ich dabei eine richtige Herausforderung. Man wird von dieser Offenheit auf sich selbst zurück geworfen.

Ansonsten liegt hier Schnee. Endlich! Auch wenn es selbst für norwegische Winter zu warm ist. Jemand aus Dimitris Dojo erzählte mir gestern, dass es leider in der meinem Besuch voran gegangenen Woche getaut hätte, und zeigte mir Aufnahmen von ganz in dicke Schneepolster gehüllten Bäumen. Fantastisch! Derzeit kann ich leider nicht mit Fotos von solchen Ansichten dienen. Nur mit diesem vereisten Wasserfall, den ich in Oslo nahe dem Tenshinkan gesehen habe. In Brandbu ist das Wetter uebrigens ziemlich ungewöhnlich, denn es liegt ein dichter Hochnebel über dem Tal, der alles unter einem niedrigen weißen Deckel hält. Auf den Strassen liegt eine geschlossene Decke aus Eis und Schnee. Hier lebt man ganz selbstverstaendlich damit, waehrend das bei uns eindeutig schon der Ausnahmezustand waere. Ausserdem wird es natuerlich recht frueh dunkel. Die Daemmerung beginnt um ca. 15:30 Uhr, so dass ich hier permanent weiterhin weihnachtliche Gefuehle bekomme von all den beleuchteten Haeusern in der Nachbarschaft. Das hat mich heute Nachmittag auf dem Weg vom Hauptgebäude zum Studentenwohnhaus so beschäftigt, dass ich vor lauter Staunen fast auf eine Katze getreten wäre. Darüber war ich beiderseits sehr erstaunt. Meinerseits ueber den Mangel an Aufmerksamkeit. Doch auch die Unvorsichtigkeit der Katze hat mich sehr erstaunt. Das arme Tier ist nach dieser unangenehmen "Begegnung" natuerlich unglaublich schnell weg gerannt. Ich fuerchte, ich hab es arg traumatisiert.

Heute Abend habe ich nun auch endlich die erste Schwertstunde gegeben. Von meiner Seite her war es ein schönes Erlebnis. Alle haben unglaublich konzentriert mitgearbeitet und einfach Alles ausprobiert, was ich ihnen angeboten habe. Montags abends ist eine sogenannte Wahlfach-Stunde, und es trainieren da immer auch die Leute aus Dimitris externem Dojo mit. In dieser Gruppe waren sogar einige Kinder dabei. Ich würde schätzen ab etwa sieben Jahren. Das hat Alles keinen Unterschied gemacht. Alle waren unglaublich konzentriert und aufnahmebereit.


Schließlich hat Dimitris mich zum Abschluss des Tages noch zu einer Tasse Tee zu sich eingeladen. Thorsten weiß, wie intensiv das ist. Dimitris ist ein Jaeger. Er gibt immer echte 100%! Ich gehe entsprechend heute Abend mit noch mehr guten, inspirierenden Eindrücken schlafen, und wünsche Euch hiermit eine Gute Nacht!