Hiroshi Ikeda Sensei über Aikido und Systema

Danke, Sensei für dieses Interview! Es spricht mir aus dem Herzen :-)


Einige Auszüge: "I wish we can learn from Systema more basic Japanese martial Arts, the origin idea." - "Many Japanese Martial Arts have made Budo to sports, more movement, only movement." - "Basic Japanese idea is more internal, more Ki or energy system". - "We should develop another power to make Aikido also another Martial Art keep going right away."

Dies sind einige der wichtigsten Gründe, weswegen wir Seishinkai Aikido üben. Eigentlich meint es "back to the basics" und sollte schlicht "Aikido" heißen, wennn man damit die kreative Geisteshaltung O Sensei's verbinden würde.

Sei in SEISHINKAI ist das Reiskorn, das in den Boden gepflanzt wird. Sei ist der Ursprung, the origin, der persönlichen Entwicklung im Budo, deren Ziel die endgültige Befreiung von Ängsten ist. Nur ein freier Mensch kann der Gesellschaft wirklich dienen.

Im 4-Säulentraining des Seishinkai Aikido  (Grundlagen der Kampfkunst - Jo-Jutsu - Ken-Jutsu - Aikido) nehmen die Grundlagen neben den anderen drei Disziplinen eine gleichberechtigte Stellung ein. Ohne die Grundlagen, den Ursprung der Bewegung - im Kleinen wie im Großen - ist unser Aikido "only movement".

Vom Aikido her betrachtet sind die Systematrainings im SEISHINKAN Grundlagenarbeit. Jeder Aikidoka kann  das persönliche Grundlagentraining nach eigenem Ermessen erweitern. Von der Systemaschule aus betrachtet ist es natürlich "Systema". - Und das ist KEIN Gegensatz, denn Systema ist im Seishinkai Aikido einer der wesentlichsten Bausteine des Grundlagentrainings.

Nun könnten "Systematen" einwenden: Aber damit beschränkst du doch diese ungeheuer weite und breite Kampfkunst beträchtlich. - Ganz klar: Nein. Was sollte größer sein als die eigene Freiheit, die nur darauf wartet, uns mitzunehmen.

In den Passagen spricht mich dieses Motiv immer wieder sehr stark an. Wir sind alle auf dem Weg - aber wohin gehen wir? Das Ziel ist in keiner Weise uniformiert, es gibt ja keine zwei gleichen Wege.  Eine Passage kann nur gelingen, wenn im Moment, wo es drauf ankommt, die Übungsgemeinschaft wirklich präsent ist. Denn wir sind das Tor füreinander!

Das Bild der Passage ist für mich auch eine Utopie, wie Gesellschaften funktionieren könnten. Regeln, geeignet, den Mitgliedern der Gesellschaft das größtmögliche Ausmaß an persönlicher Freiheit zu gewähren.

Zusatz: Utopien - griech. der Nicht-Ort -  gibt es per definitionem nicht an einem wirklichen Ort. Auch im Seishinkai Aikido nicht. Aber wir sind eine weite Strecke in Richtung Utopie "gerudert", manchmal gegen den Strom.  - Heute gibt es neue Freiräume, vielversprechende Verbindungen und eine klare Perspektive für die eigene Entwicklung innerhalb des 4-Säulentrainings. Systema hat daran einen wertvollen Anteil, indem es die Grundlagen für die Entwicklung von innerer psychischer Kraft bildet. Meine persönliche Erfahrung deckt sich mit Ikeda Sensei’s Aussage in dem oben vorgestellten Video.

Thorsten Schoo