Scholarship 2014 in Norwegen, Karolina Seibold - III Geben und Empfangen

Das Thema dieser dritten Woche: Geben und Empfangen. Hingeben, Eingeben, Aufgeben, Freigeben, Vergeben, Verausgaben - so viele Worte, die mir einfallen. Zumindest auf der einen Seite. Empfangen? Das dauert länger. Annehmen? Auffangen? Aufnehmen! Auch in den Katas. Und immer ist es beides, auf beiden Seiten. Der Angriff eine Hingabe. Um wirklich anzugreifen muss ich aus mir heraus gehen. Meine Grenzen ausloten. Bis an mein Äußerstes. Mich selbst angreifbar machen. Und auf der anderen Seite? Den Angriff aufnehmen heißt, in mich aufnehmen, empfangen,  annehmen als einen Teil von mir. Do tachi zuke. Wir üben, uns am Kontakt der Schwerter aufzurichten. Aufpumpen gefällt mir

besser. Versuchen, das Schwert des Partners nicht weg zu schlagen, sondern als Sprungbrett zu benutzen. Aufnehmen. Annehmen. Das ist wie auf dem Wasser laufen. Und fast genauso schwer. Am Donnerstag ist Stilletag. Keine Computer, kein Handy, keine Musik. Wir reden nicht. Es fällt nicht ganz so schwer, in einer fremden Sprache zu schweigen. Und wie beim stillen Training, das ich oft mit den Kindern in Frankfurt übe, ist auch das Unterrichten ohne Worte vor allem eine Chance für mich selbst. Einfach zurück zu treten und zu beobachten. Zeit zu lassen. Zum Üben. Zum Entdecken. Reden ist auch Verausgabung. Und manchmal viel zu viel. Zu viele Bilder. Zu viele Erklärungen. Und dann kommt doch noch eines, das ich nicht für mich selbst behalten kann. Es überfällt mich mitten in der Nacht. Do tachi zuke. Das ist wie. Die Klapperschlange. Damals in Mexico. Wie aus dem Nichts. Stand da und hat auf mich gezeigt. Ihr ganzes Sein auf mich gerichtet. Unmissverständlich. Klar. Präzise. Scharf. Keine Bewegung. Und irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit in der ich aufhörte zu sein und wenn ich existierte, dann nur noch im Bannkreis ihrer vollkommenen und mühelosen Ausrichtung, Teil ihrer Extension, lässt sie mich gehen. Danke!

III Give and receive

The subject this week. Give and receive. Give away. Give in. Give up. Give free. Forgive. ? - so many words that appear. At least on the one hand. Receive? That takes longer. Accept? ? ! It is also in the Katas. And always both on both sides. The attack is giving away oneself. If I really want to attack I have to go out of myself. ?? my limits. To the very extension of my being. Make myself vulnerable. And on the other side? To take the attack means take it into myself, receive it as a part of my own. Do tachi zuke. We train to ?? with the contact of the swords. I prefer calling it: Pump us up. Trying not to strike down the
partners sword but to take it as a jumpboard. Take in. Accept. It feels like walking on the water. And almost as difficult. Thursday is silent day. No computers, no mobiles, no musik, nobody talks. It doesn't cost so much to ? in a foreign language. And like the silent training lessons I often practice with the children in Frankfurt, teaching without words is ? a chance for myself.  To just step back and watch. To give time. To practice. To explore. Talking also means ? And sometimes it's much too much. To many pictures. Too many explanations. But in the end there appears one I can hardly keep for myself. It attacks me in the middle of the night. Do tachi zuke. That is how. The rattlesnake. Way back in Mexico. Coming out of nowhere. Stood there pointing at me. Her whole being directing towards me. No way to be missunderstood. Clear. Precise. Sharp. No move. And then, somewhen, after a felt like eternaty during which I ceased to be and if I still existed, than only within the bann of her perfect and effortless ??, not more than just another part of her extension, finally, she set me free. Thank you!