LIVING MUSUBI - Seminar mit Patrick Cassidy, 6. Dan und Thorsten Schoo, 6. Dan

Es ist nicht einfach eine außergewöhnliche Erfahrung mithilfe eines Textes zu teilen. Es scheint fast einfacher, sie unmittelbar zur Verfügung zu stellen. Sicherlich ist es ungerecht, so etwas zu behaupten... Vor allem denjenigen gegenüber, die für diese ungewöhnliche Erfahrung gesorgt haben. Wie soll man jedoch in einer sprachlichen Beschreibung einem echten Erlebnis gerecht werden?
Ganz klar – man kann es nicht.

Ein Text ist niemals die Erfahrung selbst, und man kann nur froh sein, wenn man zu den Glücklichen gehört, die als Teilnehmer an einem Ereignis außerordentlicher Qualität beteiligt waren.

LIVING MUSUBI, der Aikido-Lehrgang vom 11. - 13. Dezember 2015, unter der gemeinsamen Leitung von Patrick Cassidy und Thorsten Schoo, war ein solch außergewöhnliches Ereignis.

Das Seminar war schon unter einem kühnen Titel angekündigt.

LIVING MUSUBI übersetzt sich ungefähr als „Lebendige Verbindung“ und weckt in den meisten sicherlich große Erwartungen und starke Neugier.
Für die meisten Budoka ist der japanische Begriff Musubi vermutlich recht aufgeladen. Er wird verstanden als eine über die rein oberflächliche körperliche Berührung hinaus reichende Weise, sich mit einem Gegenüber zu verbinden. Im Sinne einer Vereinigung. Tatsächlich kann das japanische Verb „musubu“ auch die Vereinigung von Mann und Frau bedeuten. Die sexuelle Assoziation ist in gewisser Weise durchaus treffend – für einen Menschen aus abendländischer Tradition jedoch zugleich entschieden irreführend.

Was im Musubi entsteht, ist die Verbindung von Zwei Wesen als Eins. Darüber hinaus
geht es im Budo jedoch, trotz der Nähe zur Spiritualität, nicht um Ekstase im Sinne einer Verzückung, eines „Außer-Sich-Geratens“, sondern ganz im Gegenteil um das Erreichen einer geklärten Verfassung, in der man mit ganz geöffneten Sinnen für das unmittelbare Geschehen in der Gegenwart empfänglich ist, während man ganz gesammelt, ganz gelassen, im Fluss mit den Dingen ist. Im Flow. Diesen Zustand zu erreichen, ist eine große Herausforderung, das Gelingen ein großes Geschenk.

Der kühnen Ansage ist an diesem Wochenende des LIVING MUSUBI tatsächlich auch die professionelle Erfüllung gefolgt. Professionell war die Unaufgeregtheit und Schlichtheit, mit der die Senseis Cassidy und Schoo ihre jeweils persönliche Art, das Training anzuleiten, gelebt und alle Teilnehmer mühelos in den sich über das Wochenende entfaltenden Prozess mitgenommen haben. Professionell war auch ihre Zusammenarbeit.

Anscheinend haben sich auf dieser Veranstaltung zwei Brüder im Geiste getroffen, denn es wäre ja durchaus denkbar gewesen, dass zwei so inspirierte und selbstbewusste Lehrer, die ganz offensichtlich beide schon tief in ihre eigenständige Recherche der von ihnen unterrichteten Kampfkünste eingetreten sind, Schwierigkeiten haben, eine gemeinsame Ebene für ihre Zusammenarbeit zu finden. Nichts dergleichen entstand. Im Rückblick scheint es, dass die beiden auch in ihrem gemeinsamen Unterricht eine tiefgreifende Verbindung gefunden haben, die es den Teilnehmern des Lehrgangs leicht gemacht hat, ihrerseits zu einer homogenen Gruppe zusammen zu finden und sich den vorgestellten Praktiken ganz zu öffnen, sich ganz dem Studium der lebendigen Verbindung zu widmen.
Vom ersten Moment an, hat sich das Dojo in ein Laboratorium entwickelt, das es erlaubt hat, dass alle Teilnehmer ihre gemeinsame Erfahrung, ihre Potentiale und ihre Hingebung und gegenseitige Achtung leben konnten.
Alle haben in großem Ernst trainiert, während dieser Ernst zugleich niemals belastend wurde, so dass es möglich war, in großer Leichtigkeit miteinander zu bewegen. 

Ein Teilnehmer äußerte beim gemeinsamen Abschied, dass dies Seminar nach Wiederholung schreie. Ich kann mich dem nur anschließen.


Das nächste Aikido-Seminar auf dem wir Patrick Cassidy, 6. Dan und Thorsten Schoo, 6. Dan, dann gemeinsam in weiterer Zusammenarbeit mit Philippe Orban, 6. Dan erleben können, wird in diesem Sommer unter dem Titel AIKIDOSESSIONS 2016 in Offenbach veranstaltet werden.
Weitere Informationen dazu demnächst auf Facebook und auf unseren Webseiten.

Kerzentraining am Dienstag, 22.12 18.30 - 19.30 Uhr

Liebe Aikidoka, Gefährten auf dem Weg –

Das  Jahr 2015 nähert sich seinem Ende.
Unser gemeinsames Training ist ein klarer Bezugspunkt in einer turbulenten Welt.
Ich freue mich auf Eure Teilnahme am stillen Kerzentraining

Thorsten Schoo

Jo-Jutsu intensiv im Dezember

Das Intensiv Training im Dezember mit dem Schwerpunkt Stock brachte wichtige Erfahrungen sozusagen ans Tageslicht - indem das Holz in stetiger Bewegung, flüchtend in der Spannung zwischen Fußsohle und Handfläche, unerwartet Kontakte ansprang auf der Haut deines Partners.

Leichte Gewichte, maximal vom Gewicht eines Frosches, flogen zwischen Himmel und Erde, und so ergab sich eine Kreativität, die gar nichts mehr zu tun hatte mit "Ich mache so, wenn du so machst."

Als wären wir Akkus, die sich nicht selbst aufladen, sondern erst wenn sie an den Stromkreis angeschlossen sind.

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