Centered under pressure - ein Aikido-Wochenendseminar in Uster (Schweiz) unter der Leitung von Patrick Cassidy und Thorsten Schoo



Im Kreis der Community um Patrick Cassidy und Aikido unlimited (Peter Fankhauser und Julia Geissberger) am Wochenende vom 16. bis 18. September in Uster (Schweiz) an dem dreitägigen Labor unter dem Titel "Centered under pressure" teilzunehmen, war bereichernd und erfüllend.

Wir sind mit allen  Teilnehmern an diesem Wochenende kontinuierlich verbunden.

Im Verlauf des Seminars erkunden wir unsere Fähigkeit in Verbindung zu gehen, unsere Wahrnehmung über den körperlichen und emotionalen Raum hinaus zu erweitern.
Konfliktfreie Enfaltung, in der das Ganze mehr ist als die Summe der Individuen.
Trotzdem wird das Eigene, die Indivudualität nicht in Frage gestellt!

In einer ungewöhnlichen Offenheit für den Prozess sind alle Schranken geöffnet, um in der Erfahrung mit allen gemeinsam im selben Boot zu sein. Zugleich ist das Geschehen niemals orientierungslos, haltlos oder chaotisch. Ganz im Gegenteil.

Wir erleben wie Thorsten und Patrick die Grenzen zwischen Lehren und Lernen selbstbewusst und offen auflösen; wie sie sich selbst als Erkundende in den Raum stellen. Es ist ein sehr reifer Vorgang, schlicht und empfänglich für das, was entsteht.

Häufige Highlights sind auch die Situationen, in denen wir in wenigen Einzelpaaren trainieren dürfen unter den Blicken aller anderen Teilnehmer, ähnlich wie im Seishinkai Boot.
Jeder ist  Zeuge und Akteur zugleich! Sowohl das Trainieren unter den Blicken der anderen, wie auch das Erleben und Bezeugen der anderen Trainingsprozesse verändert auf wunderbare Weise die gesamte Qualität des Trainings. Ich liebe es. Es macht lebendig, macht die Begegnung echt und ehrlich. Wir halten und tragen uns gegenseitig.

Es gibt Momente gemeinsamen Spiels ebenso wie eine an den bekannten klassischen Schulunterricht erinnernde Situation mit einem Lehrer an der Tafel und den antwortenden Schülern gegenüber. Patrick spricht jedoch in dieser Einheit beherzt abwechselnd unsere Sinne, unser Handeln und dann wieder unseren Verstand an, um die qualitativen Unterschiede der Reiche des Geistes, des Herzens und des Körpers auszuloten.

In den Momenten der Reflexion hungere ich jedesmal aufs Neue nach der Erkundung in körperlicher Bewegung, während ich zugleich anerkennen muss, dass dies in der gesuchten Form erst möglich wird, nachdem die Ansprache an die intellektuellen, ordnenden Kräfte stattgefunden hat!

Körper, Herz und Geist – und dann endlich! die Integration aller drei Aspekte in Eins.

Die auf dem Seminar verbrachte Zeit war gelebte Zeit, intensiv, lebendig, stärkend. Die Reise war eine Reise nicht nur in der physischen Welt, von Ort zu Ort, sondern auch in den heiligen und heilenden Raum des Aikido als Weg.

Ich hoffe, dass ich diese Wahrnehmung über das Erlebte mit den anderen Teilnehmern und mit den Veranstaltern teile, und dass dieser Bericht auch unter meinen hiesigen Aikido-Freunden die Lust weckt auf ein nächstes Seminar dieser Art! Auf die Lust, für ein Voranschreiten auf dem umfassenderen, globalen Weg die Mühe des kleineren Weges, die Überwindung einer Strecke von ein paar Stunden Anfahrt auf sich zu nehmen.

Möge sich erneut die Gelegenheit für solch ein Labor ergeben,
und einen herzlichen Dank an alle neu gewonnenen Weggefährten!

Mirjam Fischer, Frankfurt