Kampfkunst studieren, gutes Leben lernen

Wie kann es sein, dass wir unzufrieden sind, obwohl wir es bequem haben, und uns ein hoher Wohlstand zur Verfügung steht? Wie können wir unseren Blickwinkel wechseln, damit wir unseren Wohlstand schätzen und unsere hohe Bildung nutzen können, so dass es uns gut geht und wir all dies mit anderen teilen können? Diese Frage ist wesentlich.

Wenn wir nur auf uns selbst schauen und es uns an Weitblick und Demut mangelt, sehen wir sicherlich nur unser eigenes, kleines Glück. Doch was geschieht, sobald wir gegessen, getrunken, geschlafen, Sex gehabt und gespielt haben? Was geschieht, sobald wir Anerkennung und Bewunderung für unseren Einsatz, unsere Arbeit, unsere Taten erhalten haben? Unsere Wohlsein ist mit der Befriedigung dieser Bedürfnisse schnell abgeklungen. Wir hungern nach mehr. Wir erleben Langeweile und Unzufriedenheit, Unwohlsein und Leere.

Was können wir tun? Wir sind gesättigt. Mehr essen bringt nur ein ungutes Gefühl der Fülle hervor. Wenn wir die Lösung dennoch in dieser Strategie wählen, überwinden wir das Unwohlsein unangenehmer Fülle im Bauch zugunsten des vermeintlichen oder zumindest nur sehr kurzen Genusses weiter zu essen. Nach und nach wird sich unser Magen daran gewöhnen so viel aufzunehmen. Wir können mehr essen und damit den Genuss des Essens vielleicht um wenige Minuten verlängern. Wir können unsere Fähigkeit hinsichtlich der Menge des Essens, das wir aufnehmen, vergrößern. Wir trainieren mehr zu essen.

Das selbe können wir mit Allen möglichen Genüssen und Vergnügungen tun. Sei es Schlafen, Trinken, Sex, Drogen, Nervenkitzel, Arbeit, Streit, Drama – wir können alles auf diese Weise immer wieder wiederholen.

Doch immer wird im Anschluss Sättigung eintreten, verbunden mit der Unannehmlichkeit der Leere, Unzufriedenheit oder Langeweile.

Das ist das Reich der Hungernden Geister. Hier finden wir alle möglichen Süchte. Wir finden wir Unfreiheit und Unglück, denn die Lebensenergie kann hier nicht frei fließen. Sie ist unverstanden.

Um die Lebensenergie zum fließen zu bringen, können wir Bewegungskunst und Körperintelligenz studieren.

Energie ist Bewegung. Fülle und Leere wechseln sich ab. Der Atem fließt stetig ein und aus. Das Herz schlägt. Und so schlagen die Herzen aller anderen Geschöpfe. Die grundlegenden Vorgänge des Lebens sind gekennzeichnet durch den stetigen Wechsel von Fülle und Leere. Sie bedingen sich. Keins ist allein beständig. Das Leben ist in stetigem Übergang.

Wer sich dem Wechsel von Leere und Fülle gleichermaßen stellt und lernt beide Zustände gleichermaßen als der Natur des Lebens angehörig anzunehmen, wird lernen, sich frei in ihnen zu bewegen.

Das heißt, zu lernen das Leben zu nehmen, wie es ist.

Das Studium der Kampfkünste unterrichtet uns darin.