Du hast etwas verpasst

Donnerstag, 09.08., Fortgeschrittenenstunde
Nach der einleitenden Meditation, eineinhalb Stunden Training mit einem Minimum an Reden, einem hohen Grad an "Awareness", der Herausforderung die Intensität des Atmens so zu steuern, dass der Mund geschlossen bleiben kann.
Ein hoher Grad an Fokussiertheit. Echte Begegnung in echtem Bewegen. Aufwärmen in einer wunderbaren Grundlagenarbeit zu Dritt. Erdung, Zentrierung, flexible, verfügbare Extremitäten, verfügbarer, unaufgeregter Geist. Wir beginnen mit leichten Schlägen und Schubsern, unsere Körper in Bewegung, sind wie Bambus. Die Bewegung von außen nimmt im Körperinneren einen Verlauf. Wo tritt sie wieder aus? Mit weichen Fußsohlen die Stabilität des Grundes nutzen. Bewegung als Bewegung annehmen und weiter leiten. Unkonstruierte, echte Kreativität kommt auf.
Was durch meinen Körper hindurch geht, tritt frei wieder aus mir heraus. Ich spüre die Wirkung auf die Beteiligten im Draußen. Die Bewegung verschwindet in ihre Körper und taucht wieder auf.
Anfangs sanft, noch einfühlend, kommen wir nach und nach in raueres Fahrwasser. Wir stoßen und reißen, testen, was geht. Jemand geht zu Boden, wir sind dennoch verbunden. Eine Einheit in der Dreiheit. Die Körper beginnen zu schwitzen. Kein Wunder bei den sommerlichen Temperaturen. Schön ist das. Lebendig.
Zwei kurze wohltuende Einheiten mit Einzelübungen erlauben uns ein wenig Erholung und dann geht es weiter. Die Qualität der Bewegung und der geistigen Einstellung bleibt uns erhalten, der Mund bleibt geschlossen. Nun bewegen wir im klassischen Bereich der Aikidokata. Doch die Vorarbeit hat sich gelohnt. Die Bewegungen gelingen oder gelingen nicht. Die Bewegungen sind echte Begegnungen. Gelegentlich entfährt uns ein Laut der Überraschung.
Schwitzend, angeregt, lebendig beenden wir die Stunde mit einigen abwärmenden Übungen, die abschließende Meditation im Kreis.